Weihnachtschnee
1862Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf, Es riecht nach Weihnachtstorten; Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd Und bäckt die feinsten Sorten.
Ihr Kinder, sperrt die Augen auf, Sonst nehmt den Operngucker: Die große Himmelsbüchse, seht, Tut Ruprecht ganz voll Zucker.
Er streut - die Kuchen sind schon voll - Er streut - na, das wird munter: Er schüttelt die Büchse und streut und streut Den ganzen Zucker runter.
Ihr Kinder sperrt die Mäulchen auf, Schnell! Zucker schneit es heute; Fangt auf, holt Schüsseln - ihr glaubt es nicht? - Ihr seid ungläubige Leute!
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Interpretation
Das Gedicht "Weihnachtschnee" von Paula Dehmel beschreibt in einer kindlich-naiven Weise, wie der Nikolaus oder Knecht Ruprecht den Kindern den Weihnachtsschnee als süßen Zucker vorstellt. Es ist eine humorvolle und phantasievolle Interpretation des Schneefalls, die die Vorfreude und Aufregung der Kinder auf das Weihnachtsfest einfängt. Das Gedicht beginnt mit einer Einladung an die Kinder, ihre Nasen zu öffnen und den Duft der Weihnachtstorten zu riechen. Es wird suggeriert, dass Knecht Ruprecht am "Himmelsherd" backt und die feinsten Sorten von Kuchen zubereitet. Dies schafft eine Atmosphäre der Vorfreude und des Genusses. Im zweiten Vers wird die Vorstellungskraft der Kinder noch weiter angeregt, indem sie aufgefordert werden, ihre Augen zu öffnen. Es wird beschrieben, dass eine "große Himmelsbüchse" voll Zucker ist, die von Knecht Ruprecht geöffnet wird. Dies symbolisiert den Beginn des Schneefalls, der als süßer Zucker dargestellt wird. Im dritten Vers wird der Schneefall intensiver und lebhafter beschrieben. Knecht Ruprecht schüttelt die Büchse und streut den Zucker, was den Eindruck erweckt, dass der Schnee immer stärker wird. Die Verwendung des Wortes "munter" deutet auf die Freude und Begeisterung hin, die der Schneefall bei den Kindern auslöst. Im letzten Vers werden die Kinder aufgefordert, ihre Münder zu öffnen und den Zucker zu fangen. Es wird ihnen geraten, Schüsseln zu holen, um den Zucker aufzufangen. Die abschließende Zeile "Ihr seid ungläubige Leute!" deutet darauf hin, dass die Kinder vielleicht nicht glauben wollen, dass der Schnee tatsächlich süßer Zucker ist. Es wird betont, dass sie schnell handeln sollen, da der Zucker gerade jetzt schneit. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine kindliche Vorstellungskraft und eine spielerische Interpretation des Weihnachtsschneefalls als süßer Zucker. Es weckt die Vorfreude und den Zauber des Weihnachtsfestes und regt die Fantasie der Kinder an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sperrt die Mäulchen auf
- Bildsprache
- Zucker schneit es heute
- Direkte Anrede
- Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf
- Hyperbel
- Er streut - na, das wird munter: Er schüttelt die Büchse und streut und streut Den ganzen Zucker runter.
- Ironie
- Ihr seid ungläubige Leute!
- Metapher
- Die große Himmelsbüchse, seht, Tut Ruprecht ganz voll Zucker.
- Personifikation
- Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd und bäckt die feinsten Sorten.