Weihnachten
unknownMarkt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh’ ich durch die Gassen, Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen Buntes Spielzeug fromm geschmückt, Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern Bis hinaus ins freie Feld, Hehres Glänzen, heil’ges Schauern! Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen, Aus des Schneees Einsamkeit Steigt’s wie wunderbares Singen - O du gnadenreiche Zeit!
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Interpretation
Das Gedicht "Weihnachten" von Joseph von Eichendorff beschreibt die besinnliche Stimmung und die festliche Atmosphäre zur Weihnachtszeit. Es beginnt mit einer Szene in der Stadt, in der die Straßen verlassen sind und die Häuser still erleuchtet sind. Der lyrischer Ich-Erzähler schlendert durch die Gassen und nimmt die festliche Stimmung wahr. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Fokus auf die Fenster der Häuser, wo Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt haben. Die Kinder stehen davor und schauen voller Staunen und Freude auf das geschmückte Spielzeug. Die Stimmung ist ruhig und die Kinder sind still beglückt. Im dritten Teil des Gedichts verlässt der Erzähler die Mauern der Stadt und begibt sich auf ein freies Feld. Dort erlebt er eine erhabene und heilige Stimmung. Die Welt erscheint weit und still. Die Sterne ziehen ihre Kreise am Himmel und aus der Einsamkeit des Schnees steigt eine wunderbare Musik auf. Der Erzähler preist die gnadenreiche Zeit und die besondere Atmosphäre, die Weihnachten mit sich bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sterne hoch die Kreise schlingen
- Bildsprache
- Still erleuchtet jedes Haus
- Hyperbel
- Tausend Kindlein stehn und schauen
- Metapher
- Hehres Glänzen, heil'ges Schauern
- Personifikation
- Markt und Straßen stehn verlassen
- Vergleich
- Steigt's wie wunderbares Singen