Weihnachten wird es für die Welt!

Adele Schopenhauer

1797

Weihnachten wird es für die Welt! Mir aber - ist mein Lenz bestellt, Mir ging in solcher Jahresnacht Einst leuchtend auf der Liebe Pracht! Und an der Kindheit Weihnachtsbaum Stand Englein gleich der erste Traum! Und aus dem eiskrystall′nen Schooß Rang sich die erste Blüte los - Seitdem schau′ ich nun jedes Jahr Nicht was noch ist - nur was einst war!

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Illustration zu Weihnachten wird es für die Welt!

Interpretation

Das Gedicht "Weihnachten wird es für die Welt!" von Adele Schopenhauer handelt von der subjektiven Erfahrung von Weihnachten und der damit verbundenen Erinnerungen an Liebe und Kindheit. Die Autorin beschreibt, wie Weihnachten für die Welt ein Fest der Freude und des Lichts ist, während sie selbst in einer Nacht der Liebe eine Pracht erlebt hat. Sie erinnert sich an den Weihnachtsbaum ihrer Kindheit, an dem ein Engel stand und ihr erster Traum wahr wurde. Sie vergleicht die Entstehung dieses Traums mit einer Blume, die sich aus dem eisigen Schoß des Winters löst. Das Gedicht drückt eine melancholische Stimmung aus, da die Autorin seitdem jedes Jahr nicht mehr auf die Gegenwart, sondern nur noch auf die Vergangenheit schaut. Sie scheint in ihren Erinnerungen gefangen zu sein und kann die Gegenwart nicht mehr genießen. Das Gedicht thematisiert die Vergänglichkeit der Zeit und die Sehnsucht nach der verlorenen Jugend und Liebe. Es zeigt auch den Kontrast zwischen der äußeren und der inneren Realität, zwischen dem, was für die Welt gilt, und dem, was für den Einzelnen gilt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Antithese
Nicht was noch ist - nur was einst war!
Metapher
Und aus dem eiskrystall′nen Schooß rang sich die erste Blüte los
Personifikation
Mir aber - ist mein Lenz bestellt