Weihnachten 1859
1859An Emilie
Gekommen ist der heil′ge Christ Die ganze Stadt voll Lichter ist; Auch unsre sollen brennen. Die Sorgen weg und zünde an, Ich will derweil, so gut ich kann, Dir meine Wünsche nennen.
Empfang zuerst ein Strumpfenband, Das ich für dreißig Pfengk erstand Bei Fonrobert im Laden. Ich wünsche dir, geliebtes Weib, Bald wieder einen dünnem Leib Und etwas dick′re Waden.
Empfang alsdann ein Kontobuch, Fürs Credit ist es groß genug, Fürs Debet etwas kleine. Indes, es heißt ja: “rund die Welt”, Der Beutel wird mal wieder Geld Und hilft uns auf die Beine.
Und drum zuletzt den heißen Wunsch, Daß unsres Schicksals dicker Flunsch Bald hübsch′ren Zügen weiche, Und daß ein bißchen Sonnenschein Zieh wieder endlich bei uns ein Und unser Herz beschleiche.
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Interpretation
Das Gedicht "Weihnachten 1859" von Theodor Fontane ist ein Weihnachtsgedicht, das in Form eines Briefes an die Frau des Autors, Emilie, verfasst ist. Das Gedicht beginnt mit einer Beschreibung der festlichen Stimmung, die durch das Kommen des Christkinds und das Leuchten der Lichter in der Stadt entsteht. Der Autor lädt seine Frau ein, die Sorgen beiseite zu legen und die Geschenke und Wünsche, die er für sie hat, zu empfangen. Im ersten Geschenk wünscht er ihr ein Strumpfband, das er für wenig Geld erworben hat, und hofft, dass sie bald wieder einen schlankeren Körper und kräftigere Beine haben wird. Das zweite Geschenk ist ein Kontobuch, das genügend Platz für Kreditgeschäfte bietet, aber für Debitgeschäfte etwas kleiner ist. Der Autor drückt die Hoffnung aus, dass sich ihre finanzielle Situation verbessern wird und sie wieder auf die Beine kommen. Im letzten Teil des Gedichts wünscht er sich, dass sich ihr Schicksal zum Besseren wendet und dass wieder etwas Sonnenschein in ihr Leben einkehrt, um ihr Herz zu erwärmen. Das Gedicht vermittelt eine Mischung aus Humor, Zärtlichkeit und Hoffnung und zeigt die Verbundenheit des Autors mit seiner Frau in einer Zeit, in der sie möglicherweise finanzielle Schwierigkeiten durchstehen müssen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Empfang zuerst ein Strumpfenband, Empfang alsdann ein Kontobuch,
- Bildsprache
- Gekommen ist der heil′ge Christ Die ganze Stadt voll Lichter ist
- Ironie
- Empfang zuerst ein Strumpfenband, Das ich für dreißig Pfengk erstand Bei Fonrobert im Laden. Ich wünsche dir, geliebtes Weib, Bald wieder einen dünnem Leib Und etwas dick′re Waden.
- Metapher
- Daß unsres Schicksals dicker Flunsch
- Personifikation
- Und daß ein bißchen Sonnenschein Zieh wieder endlich bei uns ein