Weibertreue A. Abwesend hat man Unrecht

Heinrich Christian Boie

unknown

Abwesend hat man Unrecht. Eine Reise Zwar von acht Tagen nur, riß aus Melissens Arm Die er schon lange Zeit auf nicht gemeine Weise Geliebt, den Kleon weg. Nichts gleichet ihrem Harm. Sie kann den ersten Tag nicht schlafen und nicht eßen. Am zweiten kömmt Philint, und - Kleon ist vergeßen. Doch er kömmt wieder. »Ungetreue! Spricht er, hast dus mit mir nur so gemeint?« »Mein Freund, antwortet sie, mein guter Freund! Was du mir sagen kannst, hab ich verdient, bereue, Beklag es sehr, nur - mach geschwinde fort, Denn unter uns - der andre wartet dort.«

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Interpretation

Das Gedicht "Weibertreue A. Abwesend hat man Unrecht" von Heinrich Christian Boie handelt von der Treue einer Frau namens Melissen und ihrem Liebhaber Kleon. Das Gedicht beginnt mit dem Zitat "Abwesend hat man Unrecht", was darauf hindeutet, dass Abwesenheit in einer Beziehung zu Unrecht und Missverständnissen führen kann. Kleon muss für eine acht Tage lange Reise von Melissens Seite weichen, was ihr großen Kummer bereitet. In seiner Abwesenheit kommt Philint zu Melissen und sie vergisst Kleon. Das Gedicht verdeutlicht die Untreue der Frau, da sie Kleon in seiner Abwesenheit vergisst und sich mit Philint trifft. Als Kleon zurückkehrt, wirft er ihr Untreue vor und fragt, ob sie es nur so mit ihm gemeint habe. Melissen gesteht ihre Schuld ein, bereut es und bittet Kleon, schnell zu gehen, da ein anderer auf sie wartet. Dies zeigt, dass Melissen nicht nur Kleon betrogen hat, sondern auch mit einem weiteren Mann liiert ist. Das Gedicht kritisiert die Weibertreue und zeigt, dass Frauen oft als untreu und unzuverlässig dargestellt werden. Es verdeutlicht die Konsequenzen von Abwesenheit in einer Beziehung und wie leicht es sein kann, dass die Treue auf die Probe gestellt wird. Das Gedicht wirft Fragen nach der Bedeutung von Treue und Vertrauen in einer Beziehung auf und regt zum Nachdenken über die menschliche Natur und die Komplexität von Liebe und Beziehungen an.

Schlüsselwörter

kleon kömmt freund abwesend unrecht reise zwar acht

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Stilmittel

Antithese
Abwesend hat man Unrecht. Eine Reise Zwar von acht Tagen nur, riß aus Melissens Arm Die er schon lange Zeit auf nicht gemeine Weise Geliebt, den Kleon weg. Nichts gleichet ihrem Harm.
Dialog
»Ungetreue! Spricht er, hast dus mit mir nur so gemeint?« »Mein Freund, antwortet sie, mein guter Freund! Was du mir sagen kannst, hab ich verdient, bereue, Beklag es sehr, nur - mach geschwinde fort, Denn unter uns - der andre wartet dort.«
Ironie
Am zweiten kömmt Philint, und - Kleon ist vergeßen.
Metapher
Nichts gleichet ihrem Harm.
Paradox
Abwesend hat man Unrecht.
Reimschema
Arm / Harm, schlafen / eßen, gemeint / bereue, Freund / Freund, verdient / bereue