Wehrung der Dinge
1932Vor mir war keine Zeit, nach mir wird keine sein, Mit mir gebiert sie sich, mit mir geht sie auch ein.
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Interpretation
Das Gedicht "Wehrung der Dinge" von Daniel Czepko von Reigersfeld beschäftigt sich mit dem Thema Zeit und ihrer subjektiven Wahrnehmung. Der Sprecher behauptet, dass vor seiner Existenz keine Zeit war und auch nach seinem Ableben keine Zeit existieren wird. Diese Aussage impliziert eine solipsistische Sichtweise, bei der die Zeit als persönliches Konstrukt betrachtet wird, das mit dem Bewusstsein des Individuums beginnt und endet. Die Zeit wird als etwas dargestellt, das mit dem Sprecher geboren wird und auch mit ihm vergeht. Diese Interpretation legt nahe, dass die Zeit keine objektive, universelle Größe ist, sondern vielmehr eine subjektive Erfahrung, die eng mit dem individuellen Bewusstsein verbunden ist. Der Sprecher positioniert sich als Schöpfer und Zerstörer der Zeit, was eine starke Betonung der eigenen Bedeutung und Existenz impliziert. Die vier Zeilen des Gedichts bilden ein geschlossenes System, in dem der Sprecher die Zeit als persönliches Phänomen definiert. Diese Sichtweise stellt die lineare, objektive Zeitauffassung in Frage und präsentiert stattdessen eine subjektive, existenzielle Perspektive auf die Zeit. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die Natur der Zeit und ihre Beziehung zum individuellen Bewusstsein nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Chiasmus
- Mit mir gebiert sie sich, mit mir geht sie auch ein
- Parallelismus
- Vor mir war keine Zeit, nach mir wird keine sein
- Reimschema
- sein / ein