Wehmut
1832Ihr verblühet, süße Rosen, Meine Liebe trug euch nicht; Blühet, ach! dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die Seele bricht.
Jener Tage denk’ ich trauernd, Als ich, Engel, an dir hing, Auf das erste Knöspchen lauernd, Früh zu meinem Garten ging;
Alle Blüten, alle Früchte Noch zu deinen Füßen trug, Und vor deinem Angesichte Hoffnung in dem Herzen schlug.
Ihr verblühet, süße Rosen, Meine Liebe trug euch nicht; Blühet, ach! dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die Seele bricht.
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Interpretation
Das Gedicht "Wehmut" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der Vergänglichkeit der Liebe und der damit einhergehenden Trauer. Der Sprecher des Gedichts beklagt das Verwelken der Rosen, die er einst seiner Geliebten schenkte, aber die nun keine Liebe mehr tragen können. Er bittet die Rosen, dem Hoffnungslosen zu blühen, dem die Trauer die Seele zerbricht. Der zweite Teil des Gedichts erinnert an eine Zeit, in der der Sprecher seiner Geliebten mit großer Zuneigung und Hingabe begegnete. Er erinnert sich an die Tage, als er wie ein Engel an ihr hing und auf das erste Knospen im Garten lauerte. Er brachte ihr alle Blumen und Früchte und hoffte, dass seine Liebe in ihrem Herzen blühen würde. Der letzte Teil des Gedichts wiederholt den ersten Teil und betont damit die Wiederholung des Schmerzes und der Trauer. Die Liebe ist vergangen und die Hoffnung ist zerbrochen. Der Sprecher bittet die Rosen erneut, dem Hoffnungslosen zu blühen und Trost zu spenden. Das Gedicht drückt die tiefe Trauer und Melancholie aus, die mit dem Verlust der Liebe einhergehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Blühet, ach! dem Hoffnungslosen
- Anapher
- Ihr verblühet, süße Rosen, Meine Liebe trug euch nicht; Blühet, ach! dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die Seele bricht.
- Hyperbel
- Auf das erste Knöspchen lauernd
- Metapher
- Dem der Gram die Seele bricht
- Personifikation
- Meine Liebe trug euch nicht