Wegweiser

Joseph von Eichendorff

1795

»Jetzt mußt du rechts dich schlagen, Schleich dort und lausche hier, Dann schnell drauf los im Jagen - So wird noch was aus dir.«

Dank′! doch durchs Weltgewimmel, Sagt mir, ihr weisen Herrn, Wo geht der Weg zum Himmel? Das Eine wüßt ich gern.

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Illustration zu Wegweiser

Interpretation

Das Gedicht "Wegweiser" von Joseph von Eichendorff thematisiert die Suche nach dem richtigen Lebensweg und der spirituellen Orientierung. In den ersten vier Zeilen wird ein Ratschlag gegeben, wie man erfolgreich durchs Leben navigieren soll - mit List, Vorsicht und Entschlossenheit. Doch der lyrische Ich bleibt unzufrieden mit diesen weltlichen Tipps. Im zweiten Strophenteil wendet sich der Sprecher direkt an die "weisen Herrn", die ihm zuvor den Rat gaben. Er dankt ihnen zwar, bittet aber zugleich um die entscheidende Information: den Weg zum Himmel. Diese Frage nach dem spirituellen Pfad ist das "Eine", das der Sprecher am meisten wissen möchte. Es wird deutlich, dass ihm die rein weltliche Perspektive nicht genügt und er eine tiefere, existenzielle Orientierung sucht. Das Gedicht vermittelt auf eindringliche Weise die menschliche Sehnsucht nach Sinn und Transzendenz. Während die Gesellschaft oft pragmatische Ratschläge für den Alltag bereithält, bleibt die Frage nach dem ewigen Seelenheil unbeantwortet. Eichendorff deutet an, dass der wahre "Wegweiser" nicht in menschlicher Weisheit zu finden ist, sondern in einer höheren, spirituellen Sphäre.

Schlüsselwörter

mußt rechts schlagen schleich lausche schnell drauf los

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Stilmittel

Anrede
Dank′! doch durchs Weltgewimmel, Sagt mir, ihr weisen Herrn
Imperativ
Jetzt mußt du rechts dich schlagen, Schleich dort und lausche hier, Dann schnell drauf los im Jagen
Metapher
Weltgewimmel
Rhetorische Frage
Wo geht der Weg zum Himmel?