Was wird mir jede Stunde so bang?
1821Was wird mir jede Stunde so bang? - Das Leben ist kurz, der Tag ist lang. Und immer sehnt sich fort das Herz, Ich weiß nicht recht, ob himmelwärts; Fort aber will es hin und hin, Und möchte vor sich selber fliehn. Und fliegt es an der Liebsten Brust, Da ruhts im Himmel unbewußt; Der Lebe-Strudel reißt es fort, Und immer hängts an Einem Ort; Was es gewollt, was es verlor, Es bleibt zuletzt sein eigner Tor.
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Interpretation
Das Gedicht "Was wird mir jede Stunde so bang?" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der menschlichen Sehnsucht nach Ruhe und Erfüllung im Leben. Der Sprecher beschreibt, wie er sich in jeder Stunde von einem unbestimmten Bangen ergriffen fühlt und sich nach etwas Unbekanntem sehnt. Diese Sehnsucht wird als eine Art Flucht vor sich selbst beschrieben, die in verschiedene Richtungen führt, sei es zum Himmel oder zur Liebsten. Das Gedicht zeigt die Unbeständigkeit und Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher beschreibt, wie das Leben wie ein Strudel ist, der einen mitreißt und immer wieder an einen bestimmten Ort zurückbringt. Trotz aller Sehnsucht und Bemühungen bleibt man am Ende ein "eigner Tor", was darauf hindeutet, dass man am Ende seines Lebens möglicherweise erkennt, dass man die ganze Zeit nach etwas gesucht hat, das man nicht finden konnte. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über die menschliche Existenz und die Suche nach Sinn und Erfüllung an. Es zeigt, dass das Leben voller Ungewissheit und Sehnsucht ist und dass man am Ende möglicherweise nicht alles erreichen kann, was man sich vorgenommen hat.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Anapher
- Was wird mir jede Stunde so bang?
- Metapher
- Es bleibt zuletzt sein eigner Tor
- Personifikation
- Und immer sehnt sich fort das Herz