Was will ich mehr!

Gustav Falke

1908

Noch halt mit beiden Händen ich Des Lebens schöne Schale fest, Noch trink und kann nicht enden ich Und denk nicht an den letzten Rest.

»Doch einmal wird die Schale leer, Die letzte Neige schlürftest du.« So trank ich doch, was will ich mehr, Dem Tod ein volles Leben zu.

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Interpretation

Das Gedicht "Was will ich mehr!" von Gustav Falke ist eine Reflexion über das Leben und dessen Vergänglichkeit. Der Sprecher hält das Leben fest in seinen Händen, symbolisiert durch die "schöne Schale", und trinkt genussvoll aus ihr, ohne an das Ende zu denken. Diese Metapher des Lebens als einer Schale, aus der man trinkt, deutet auf die Fülle und den Reichtum des Lebens hin, den der Sprecher in vollen Zügen genießen möchte. Die zweite Strophe führt eine Stimme ein, die den Sprecher an die Endlichkeit des Lebens erinnert. Die Warnung, dass die Schale einmal leer sein wird und man den letzten Rest trinken muss, ist eine Anspielung auf den Tod. Doch der Sprecher lässt sich davon nicht beirren und setzt seinen Genuss fort. Die rhetorische Frage "Doch einmal wird die Schale leer, Die letzte Neige schlürftest du" wird mit der Entschlossenheit beantwortet, das Leben trotz seiner Vergänglichkeit in vollen Zügen zu genießen. Im letzten Vers fasst der Sprecher seine Einstellung zum Leben zusammen: Er möchte dem Tod ein "volles Leben" entgegenbringen. Dies zeigt eine Haltung der Dankbarkeit und Zufriedenheit mit dem Erlebten, unabhängig davon, wann das Leben endet. Der Sprecher strebt danach, ein erfülltes Leben zu führen, das auch im Angesicht des Todes als voll und reich empfunden wird.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Noch halt mit beiden Händen ich / Noch trink und kann nicht enden ich
Metapher
Des Lebens schöne Schale
Personifikation
Der Tod ein volles Leben zu
Prolepse
Doch einmal wird die Schale leer, / Die letzte Neige schlürstest du
Rhetorische Frage
Dem Tod ein volles Leben zu