Was waren Frauen
1914Was waren Frauen anders dir als Spiel, Der du dich rettetest in soviel Liebesstunden. Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden, Und niemals fand dein Suchen sich das Ziel.
Du strebtest, dich im Hellen zu befreien, Und wolltest untergehen in wolkig trüber Flut – Und lagst nur hilflos angeschmiedet in den Reihen Der Schmachtenden, gekettet an dein Blut.
Du stiegst, dein Leben höher aufzutürmen, In fremde Seelen, wenn dich eigne Kraft verließ, Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen, Wenn deinen dünnen Traum der Tag durchstieß.
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Interpretation
Das Gedicht "Was waren Frauen" von Ernst Stadler beschreibt die Beziehung des lyrischen Ichs zu Frauen als eine Art Spiel, in dem es sich in Liebesstunden verliert. Das Ich sucht in den Frauen nach einem Stück von sich selbst, findet aber nie das ersehnte Ziel. Es strebt nach Befreiung und möchte in der trüben Flut der Gefühle untergehen, fühlt sich aber hilflos und gefesselt an sein eigenes Blut. Das Ich versucht, sein Leben zu erhöhen, indem es in fremde Seelen aufsteigt, wenn es an eigener Kraft scheitert. Doch wenn der Tag seinen dünnen Traum durchstößt, sieht es erschauernd seinen Dämon, der es umstürmt. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Enttäuschung und Frustration über die Unfähigkeit, wahre Erfüllung in der Liebe zu finden. Das Ich bleibt gefangen in seinen eigenen Sehnsüchten und scheitert an der Realität der Beziehungen zu Frauen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- wolltest untergehen in wolkig trüber Flut
- Hyperbel
- Dein Leben höher aufzutürmen
- Kontrast
- Strebtest, dich im Hellen zu befreien / Und wolltest untergehen in wolkig trüber Flut
- Metapher
- Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden
- Personifikation
- Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen