Was soll ich nur von eurer Liebe glauben?

Wilhelm Busch

1832

Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben? Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel? Das scheinen höchst verdächtige Geschichten. Und selbst die besten ehelichen Pflichten, Von allem Tun die schönste Tätigkeit, In Tempeln von des Priesters Hand geweiht, Ihr hüllt sie in ein schuldbewußtes Dunkel.

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Interpretation

Das Gedicht "Was soll ich nur von eurer Liebe glauben?" von Wilhelm Busch ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Liebe und Ehe im 19. Jahrhundert. Der Sprecher hinterfragt die heimliche und versteckte Art, wie Liebe und Ehe geführt werden, und deutet dies als Zeichen von Misstrauen und Zweifel. Er wirft den Liebenden vor, sich in dunkle Lauben zurückzuziehen und geheimnisvolle Dinge zu tun, die verdächtig erscheinen. Der Sprecher kritisiert auch die Ehe, die er als eine "ewige Pflicht" ansieht, die von Priestern geweiht wird. Er findet es unangemessen, dass die Ehe in ein "schuldbewusstes Dunkel" gehüllt wird, was darauf hindeutet, dass die Liebenden sich schämen oder sich verstecken, obwohl die Ehe doch eine heilige Institution sein sollte. Insgesamt vermittelt das Gedicht einen skeptischen und kritischen Blick auf die Liebe und Ehe, die als etwas Geheimnisvolles und Verstecktes dargestellt werden. Wilhelm Busch scheint die Gesellschaft seiner Zeit zu kritisieren, die die Liebe und Ehe mit Misstrauen und Zweifel betrachtet und sie in ein dunkles Geheimnis hüllt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben? Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel?
Metapher
Ihr hüllt sie in ein schuldbewußtes Dunkel.
Personifikation
Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben?
Rhetorische Frage
Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel?