Was jagt mich
1781Was jagt mich, So matt und müde? Ich such dich In meinem Liede, Ich such dich In meinem Jagen; Hier muss ich Die Buchen fragen.
Die Frage Im Widerhalle Wird Klage, Dass Laub schon falle; Es falle Weil es ermattet, Es walle, Wenn es dir schattet,
Das Windspiel Mit deinem Bande, Vergisst Spiel Und spürt im Sande; Es legt sich Mit seinem Munde, Es hört dich, Verliert die Kunde.
Es weint dann, Wie Kinder weinen, Und gräbt dann Mit seinen Beinen; Begräbt sich Im tiefen Sande, Begrabt mich Im Heldenlande,
In weichen Armen In stillem Kuss, Zu lang mir Armen Fehlt der Genuss. Begrab mich Und meine Lieder, Bald komm ich Und hol dich wieder.
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Interpretation
Das Gedicht "Was jagt mich" von Achim von Arnim handelt von einer inneren Suche nach etwas Verlorenem oder Unerreichbarem, das den lyrischen Ich verfolgt und erschöpft. Die Motive der Suche und des Jagens durchziehen das Gedicht und symbolisieren das Streben nach einem unbestimmten Ziel oder einer Sehnsucht. Im ersten Teil fragt der Sprecher, was ihn so matt und müde jagt, und sucht in seinem Lied und in seiner Jagd nach einer Antwort. Da er sie nicht findet, muss er die Buchen fragen, was auf eine Verbindung zur Natur und eine Suche nach Weisheit oder Trost hindeutet. Im zweiten Teil wird die Frage im Echo zur Klage, da das Laub bereits fällt, was den Verfall und die Vergänglichkeit symbolisiert. Das Laub fällt, weil es ermattet ist, und weht, wenn es dem Geliebten Schatten spendet. Dies verdeutlicht die Vergänglichkeit der Natur und die Sehnsucht nach dem Geliebten. Im dritten Teil geht es um ein Windspiel mit einem Band, das sein Spiel vergisst und im Sande spürt. Es legt sich mit seinem Munde, hört den Geliebten, verliert aber die Kunde. Dies könnte die Vergänglichkeit der Erinnerung und die Unfähigkeit, die Vergangenheit festzuhalten, symbolisieren. Im vierten Teil weint das Windspiel wie Kinder und gräbt mit seinen Beinen, begräbt sich im tiefen Sande. Der Sprecher bittet darum, ebenfalls im Heldenlande begraben zu werden, in weichen Armen und stillem Kuss. Er sehnt sich nach dem Genuss, der ihm in seinen Armen fehlt, und möchte mit seinen Liedern begraben werden. Im letzten Teil verspricht der Sprecher, bald wiederzukommen und den Geliebten zu holen. Dies könnte eine Hoffnung auf eine Wiedervereinigung oder eine Auferstehung symbolisieren, die den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt durchbricht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Mit seinen Beinen
- Anapher
- Ich such dich
- Bildsprache
- In weichen Armen in stillem Kuss
- Hyperbel
- Begrabt mich im Heldenlande
- Kontrast
- Zu lang mir Armen fehlt der Genuss
- Metapher
- Das Windspiel mit deinem Bande
- Personifikation
- Die Buchen fragen
- Wiederholung
- Es falle, Es walle