Was ist das für ein Frauenbild...
unknownWas ist das für ein Frauenbild In dürftigem Gewand? Sie stützt ein Antlitz, krank und mild, In eine weiße Hand.
Sie sieht nach mir, wird rot und bleich, Lacht gellend auf und weint, Und ist dem Regentropfen gleich, Durch den die Sonne scheint.
Ach, jetzt versteh′ ich ihren Schmerz Und er betrübt mich sehr: Einst liebt′ ich dich, du armes Herz, Nun kannt′ ich dich nicht mehr.
Doch wer erkennt ein Blumenbeet, Das ihn im Lenz entzückt, Wenn zwischen Herbst und Winter spät Der Sturm die Stengel knickt!
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Interpretation
Das Gedicht "Was ist das für ein Frauenbild..." von Friedrich Hebbel beschreibt ein rätselhaftes Frauenbild, das den Sprecher fasziniert und beunruhigt. Die Frau erscheint in einfacher Kleidung und stützt ihr krankes, sanftes Gesicht in eine weiße Hand. Ihr Blick auf den Sprecher löst eine Vielzahl von Emotionen aus - sie errötet, wird blass, lacht grell auf und weint. Der Sprecher vergleicht sie mit einem Regentropfen, durch den die Sonne scheint, was auf eine ambivalente Natur ihrer Persönlichkeit hindeutet. In der zweiten Strophe erkennt der Sprecher den Schmerz der Frau und fühlt sich tief betroffen. Er erkennt, dass er sie einst geliebt hat, sie aber nicht mehr kennt. Dieser Verlust und die damit verbundene Trauer werden durch den Vergleich mit einem Blumenbeet verdeutlicht, das im Frühling bezaubert, aber im späten Herbst oder Winter von Stürmen zerstört wird. Der Sprecher scheint den Verfall der Frau zu beklagen und die Vergänglichkeit der Liebe zu thematisieren. Das Gedicht zeichnet ein ambivalentes Frauenbild, das sowohl zart und verletzlich als auch leidensfähig und widerstandsfähig erscheint. Die Frau wird als Opfer der Zeit und des Schicksals dargestellt, das einst geliebt wurde, nun aber dem Sprecher fremd geworden ist. Der Vergleich mit dem Blumenbeet unterstreicht die Vergänglichkeit und die Zerbrechlichkeit des Lebens und der Liebe. Hebbel vermittelt eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit und den Wandel der menschlichen Beziehungen an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dürftigem Gewand
- Anapher
- Was ist das für ein Frauenbild
- Kontrast
- Sie sieht nach mir, wird rot und bleich, Lacht gellend auf und weint
- Metapher
- Das ihn im Lenz entzückt, Wenn zwischen Herbst und Winter spät Der Sturm die Stengel knickt
- Personifikation
- Sie sieht nach mir, wird rot und bleich, Lacht gellend auf und weint
- Vergleich
- Und ist dem Regentropfen gleich, Durch den die Sonne scheint