Was ein Baum ohne Laub...

Johann Grob

1643

Was ein Baum ohne Laub, was ein Kirchturm ohne Glocken, was ein Keller ohne Wein, eine Suppe sonder Brocken, was ein Schiff ist ohne Segel, was ein Anker ohne Grund, was ein Schütze sonder Pulver, und ein Jäger ohne Hund, was ein Weber ohne Garn, was ein Schlosser ohne Eisen, was ein Bäcker ohne Mehl, und ein Garkoch ohne Speisen, was ein Fuhrmann ohne Wagen, und ein Bauer ohne Feld; dies, und zehnmal noch minder, ist der Adel ohne Geld.

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Interpretation

Das Gedicht "Was ein Baum ohne Laub..." von Johann Grob ist eine humorvolle und kritische Betrachtung des Adels und seines Verhältnisses zu Geld. Der Autor verwendet eine Reihe von Vergleichen, um die Bedeutung von Geld für den Adel zu verdeutlichen. Jeder Vergleich stellt ein Objekt oder eine Person ohne ein wesentliches Element dar, was die Absurdität und den Mangel an Funktionalität betont. Der Baum ohne Laub, der Kirchturm ohne Glocken oder der Bauer ohne Feld sind allesamt nutzlos und bedeutungslos, genau wie der Adel ohne Geld. Der zweite Teil des Gedichts führt diese Vergleiche fort, indem er verschiedene Berufe und deren Werkzeuge oder Zutaten auflistet. Der Weber ohne Garn, der Schlosser ohne Eisen oder der Bäcker ohne Mehl können ihre Arbeit nicht verrichten, was die Abhängigkeit von bestimmten Ressourcen verdeutlicht. Auch hier wird die Analogie zum Adel gezogen, der ohne Geld nicht in der Lage ist, seinen Status und seine Privilegien aufrechtzuerhalten. Im letzten Vers fasst der Autor seine Aussage zusammen, indem er den Adel ohne Geld als "dies, und zehnmal noch minder" bezeichnet. Dies unterstreicht die absolute Bedeutungslosigkeit des Adels ohne finanzielle Mittel. Das Gedicht kritisiert somit die materialistische Natur des Adels und die Vorstellung, dass Geld der entscheidende Faktor für den Status und die Macht einer Person ist.

Schlüsselwörter

sonder baum laub kirchturm glocken keller wein suppe

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Stilmittel

Alliteration
ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne, ohne
Anapher
Was ein Baum ohne Laub, was ein Kirchturm ohne Glocken, was ein Keller ohne Wein, eine Suppe sonder Brocken, was ein Schiff ist ohne Segel, was ein Anker ohne Grund, was ein Schütze sonder Pulver, und ein Jäger ohne Hund, was ein Weber ohne Garn, was ein Schlosser ohne Eisen, was ein Bäcker ohne Mehl, und ein Garkoch ohne Speisen, was ein Fuhrmann ohne Wagen, und ein Bauer ohne Feld
Hyperbel
und zehnmal noch minder
Metapher
ein Baum ohne Laub, ein Kirchturm ohne Glocken, ein Keller ohne Wein, eine Suppe sonder Brocken, ein Schiff ist ohne Segel, ein Anker ohne Grund, ein Schütze sonder Pulver, ein Jäger ohne Hund, ein Weber ohne Garn, ein Schlosser ohne Eisen, ein Bäcker ohne Mehl, ein Garkoch ohne Speisen, ein Fuhrmann ohne Wagen, ein Bauer ohne Feld
Reimschema
AABB
Vergleich
ein Baum ohne Laub, ein Kirchturm ohne Glocken, ein Keller ohne Wein, eine Suppe sonder Brocken, ein Schiff ist ohne Segel, ein Anker ohne Grund, ein Schütze sonder Pulver, ein Jäger ohne Hund, ein Weber ohne Garn, ein Schlosser ohne Eisen, ein Bäcker ohne Mehl, ein Garkoch ohne Speisen, ein Fuhrmann ohne Wagen, ein Bauer ohne Feld