Warum er ins Feld zog
unknownIch zieh′ ins Feld, mich hat geladen Ein heiliges geliebtes Haupt; O Dank den ew′gen Himmelsgnaden, Mein König hat den Kampf erlaubt.
Ich zieh′ ins Feld für meinen Glauben, Für aller Welten höchstes Gut; Am Nile schwur der Feind zu rauben Uns vom Altar des Heilands Blut.
Ich zieh′ ins Feld für ew′ges Leben, Für Freiheit und uraltes Recht; In frischer Kraft soll sich erheben Der Mensch, zu lange schon ein Knecht.
Ich zieh′ ins Feld um Himmelsgüter Und nicht um Fürstenlohn und Ruhm; Ein Ritter ist geborner Hüter Von jedem wahren Heiligthum.
Ich zieh′ ins Feld für Deutschlands Ehre, Das Lustspiel alter Heldenwelt, Daß Lied und Minne wiederkehre In unser grünes Eichenzelt.
Ich zieh′ ins Feld mit freien Bauern Und ehrenwerther Bürgerzunft; Ein ernster Schlachtruf ist ihr Trauern Um alter Zeiten Wiederkunft.
Ich zieh′ ins Feld, daß ferner gelte Mein Adel, meine Wappenzier, Daß mich der Ahnen keiner schelte Einst an des Paradieses Thür.
Ich zieh′ ins Feld für meine Dame, Die schönste weit im ganzen Land, Daß ohne Tadel sei der Name Den sie zu tragen würdig fand.
Ich zieh′ ins Feld, wo tausend sinken Als Bürger einer bessern Welt; Soll mir der Todesengel winken, Hier bin ich, Herr, ich zieh′ ins Feld.
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Interpretation
Das Gedicht "Warum er ins Feld zog" von Max von Schenkendorf handelt von den vielfältigen Beweggründen eines Kriegers, der in den Kampf zieht. Der Sprecher nennt religiöse, patriotische und persönliche Motive, die ihn antreiben. Er kämpft für seinen Glauben, die Freiheit und das Recht, aber auch für die Ehre Deutschlands und seine eigene Reputation. Das Gedicht zeichnet ein Bild von einem Ritter, der von einem starken Pflichtbewusstsein und einem tiefen Gerechtigkeitssinn geleitet wird. Der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht, dass der Sprecher nicht nur für sich selbst kämpft, sondern auch für die Gemeinschaft. Er zieht ins Feld mit freien Bauern und Bürgern, die gemeinsam für eine bessere Zukunft eintreten. Der "ernste Schlachtruf" und das "Trauern um alter Zeiten Wiederkunft" lassen auf einen Kampf für die Wiederherstellung vergangener Werte und Ideale schließen. Der Sprecher sieht sich als Teil einer größeren Bewegung, die sich für eine gerechtere und freiere Gesellschaft einsetzt. Im letzten Teil des Gedichts wird deutlich, dass der Sprecher bereit ist, für seine Überzeugungen zu sterben. Er akzeptiert den Tod als mögliche Konsequenz seines Handelns und sieht ihn als ehrenvollen Ausgang seines Lebensweges. Die letzten Zeilen "Soll mir der Todesengel winken, Hier bin ich, Herr, ich zieh′ ins Feld" verdeutlichen die absolute Hingabe des Sprechers an seine Sache und seine Bereitschaft, alles für seine Ideale zu opfern. Das Gedicht endet mit einer kraftvollen Bestätigung des Willens des Sprechers, in den Kampf zu ziehen, unabhängig von den möglichen Konsequenzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ich zieh′ ins Feld
- Hyperbel
- Die schönste weit im ganzen Land
- Metapher
- Soll mir der Todesengel winken
- Personifikation
- Soll mir der Todesengel winken
- Symbolik
- Für meine Dame