Wanken
1910Wanken. Regenwurm. Fische. Uhren. Die Kuh. Der Wald blättert die Blätter. Ein Tropfen Asphalt in den Schnee. Cry, cry, cry, cry, cry. Ein weiser Mann platzt ohne Gage.
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Interpretation
Das Gedicht "Wanken" von Kurt Schwitters ist ein Beispiel für die dadaistische Bewegung, die sich durch experimentelle und oft absurde Texte auszeichnet. Es besteht aus einer Reihe von kurzen, scheinbar unzusammenhängenden Worten und Phrasen, die eine surreale und traumartige Atmosphäre erzeugen. Die Wörter "Wanken," "Regenwurm," "Fische," "Uhren" und "Die Kuh" erwecken den Eindruck einer zufälligen Aufzählung, die jedoch durch die Wiederholung von Alltagsgegenständen und Tieren eine gewisse Struktur aufweist. Die Zeile "Der Wald blättert die Blätter" spielt mit der Doppeldeutigkeit des Wortes "Blatt," das sowohl für die Blätter eines Baumes als auch für die Seiten eines Buches stehen kann. Dies deutet auf eine Verschmelzung von Natur und Kultur hin, ein häufiges Thema in der dadaistischen Kunst. Der Tropfen Asphalt im Schnee symbolisiert den Kontrast zwischen industriellen und natürlichen Elementen und betont die Disharmonie in der modernen Welt. Die Wiederholung von "Cry, cry, cry, cry, cry" verstärkt das Gefühl von Verzweiflung oder Frustration, das durch die vorhergehenden Bilder hindurchklingt. Der abschließende Satz "Ein weiser Mann platzt ohne Gage" könnte als Kritik an der Gesellschaft interpretiert werden, in der Weisheit und Wissen nicht unbedingt belohnt werden. Insgesamt lädt das Gedicht den Leser dazu ein, über die Absurdität des Lebens und die Zufälligkeit der Existenz nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Regenwurm
- Anapher
- Cry, cry, cry, cry, cry
- Ironie
- Ein weiser Mann platzt ohne Gage
- Kontrast
- Ein Tropfen Asphalt in den Schnee
- Metapher
- Der Wald blättert die Blätter
- Personifikation
- Der Wald blättert die Blätter