Wankelmut
1874Mein Suchen sucht! Viel tausend wandeln Ich! Ich taste Ich Und fasse Du Und halte Dich! Versehne Ich! Und Du und Du und Du Viel tausend Du Und immer Du Allwege Du Wirr Wirren Wirrer Immer wirrer Durch Die Wirrnis Du Dich Ich!
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Interpretation
Das Gedicht "Wankelmut" von August Stramm thematisiert die Suche nach Identität und die Verwirrung der Selbstwahrnehmung. Der Ich-Erzähler sucht nach sich selbst, tastet und fasst dabei jedoch ständig das "Du", was auf eine Identitätskrise hindeutet. Die Wiederholung von "Du" und die Steigerung zu "Wirr", "Wirren", "Wirrer" verdeutlichen die zunehmende Verwirrung und den Verlust der eigenen Identität. Die Struktur des Gedichts mit kurzen, abgehackten Sätzen und der Wiederholung von Wörtern wie "Ich", "Du" und "Viel tausend" verstärkt das Gefühl der Orientierungslosigkeit und des Wankelns. Die Verwendung von Ausrufezeichen unterstreicht die emotionale Intensität und die Dringlichkeit der Suche nach sich selbst. Im letzten Teil des Gedichts löst sich die klare Unterscheidung zwischen "Ich" und "Du" auf, was die vollständige Auflösung der Identität symbolisiert. Die Wirrnis wird zum zentralen Element, das die gesamte Existenz des Ich-Erzählers durchdringt. Das Gedicht endet mit einer Rückkehr zum "Du" und "Ich", was auf eine mögliche Neuausrichtung oder einen neuen Anfang hindeutet, nachdem die Wirrnis durchlebt wurde.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Viel tausend wandeln Ich! Ich taste Ich Und fasse Du Und halte Dich! Versehne Ich! Und Du und Du und Du Viel tausend Du Und immer Du Allwege Du
- Enjambement
- Die Wirrnis Du Dich Ich!
- Steigerung
- Wirr Wirren Wirrer Immer wirrer
- Wortwiederholung
- Du Und Du und Du Viel tausend Du Und immer Du Allwege Du