Wandlung

Hermann Rollett

1819

Im Osten will es leise schon ergrauen, Die Sonnenstrahlen sich dem Thal entringen, Die Lüfte wehn, die Blumen zu bethauen, Und neubelebt die klaren Bächlein springen.

Der Himmel scheint in Röte zu verglühen, Das grüne Thal in Rosen zu zerfließen, Und über dieses Glühen und Erblühen Die Sonnenstralen ihren Glanz ergießen.

Heil dir, o Licht, das kühn die Nacht besiegte! Und doch— der Abend wird dir widerstreben; Und was der Mondenschein in Schlummer wiegte, Das weckt die Sonne wieder auf zum Leben.

So ist es denn im ernsten Lauf der Welten — Ein ewiges Entstehen und Verdrängen, Und kaum das Herz des Frohsinns Jubel schwellten, Ertönt die Brust in schmerzlichen Gesängen.

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Illustration zu Wandlung

Interpretation

Das Gedicht "Wandlung" von Hermann Rollett beschreibt den Übergang von Nacht zu Tag und die damit verbundenen Veränderungen in der Natur. Es beginnt mit dem allmählichen Ergrauen des Ostens, dem Aufgehen der Sonnenstrahlen im Tal, dem Wehen der Lüfte, dem Betauchen der Blumen und dem Neubelebtsein der klaren Bäche. Der Himmel scheint in Röte zu verglühen und das grüne Tal in Rosen zu zerfließen, während die Sonnenstrahlen ihren Glanz ergießen. Das Gedicht preist das Licht, das mutig die Nacht besiegt hat, aber auch den Abend, der sich dagegen sträubt. Es beschreibt den ewigen Kreislauf von Entstehen und Vergehen in der Welt, in dem kaum das Herz des Frohsinns jubelt, ertönt die Brust in schmerzlichen Gesängen. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens an. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Betrachtung über die Natur und das Leben. Es beschreibt die Schönheit der Natur und den ewigen Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens an und vermittelt eine melancholische Stimmung.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Ertönt die Brust in schmerzlichen Gesängen
Personifikation
Der Abend wird dir widerstreben