Wanderlied der Prager Studenten

Joseph von Eichendorff

1830

Nach Süden nun sich lenken Die Vöglein allzumal, Viel Wandrer lustig schwenken Die Hüt im Morgenstrahl. Das sind die Herrn Studenten, Zum Tor hinaus es geht, Auf ihren Instrumenten Sie blasen zum Valet: Ade in die Läng und Breite O Prag, wir ziehn in die Weite: Et habeat bonam pacem, Qui sedet post fornacem!

Nachts wir durchs Städtlein schweifen, Die Fenster schimmern weit, Am Fenster drehn und schleifen Viel schön geputzte Leut. Wir blasen vor den Türen Und haben Durst genug, Das kommt vom Musizieren, Herr Wirt, einen frischen Trunk! Und siehe über ein kleines Mit einer Kanne Weines Venit ex sua domo - Beatus ille homo!

Nun weht schon durch die Wälder Der kalte Boreas, Wir streichen durch die Felder, Von Schnee und Regen naß, Der Mantel fliegt im Winde, Zerrissen sind die Schuh, Da blasen wir geschwinde Und singen noch dazu: Beatus ille homo Qui sedet in sua domo Et sedet post fornacem Et habet bonam pacem!

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Illustration zu Wanderlied der Prager Studenten

Interpretation

Das Gedicht "Wanderlied der Prager Studenten" von Joseph von Eichendorff handelt von einer Gruppe von Studenten, die auf Wanderschaft gehen und ihre Heimatstadt Prag verlassen. Die Interpretation des Gedichts lässt sich in drei Abschnitte gliedern: den Aufbruch, die nächtlichen Streifzüge und die Rückkehr. Im ersten Abschnitt beschreibt der Dichter den Aufbruch der Studenten. Sie ziehen nach Süden, begleitet von Vögeln und mit Musikinstrumenten bewaffnet. Die Studenten sind fröhlich und voller Tatendrang, bereit, die Welt zu erkunden. Sie verabschieden sich von Prag und wünschen sich eine gute Reise. Im zweiten Abschnitt geht es um die nächtlichen Streifzüge der Studenten. Sie durchqueren die Stadt, beobachten die Menschen durch die Fenster und spielen vor den Türen. Sie haben Durst und fordern einen frischen Trunk vom Wirt. Der Dichter verwendet lateinische Zitate, um die Situation zu beschreiben und den Leser in die Atmosphäre des Gedichts einzutauchen. Im dritten Abschnitt beschreibt der Dichter die Rückkehr der Studenten. Sie sind von Schnee und Regen durchnässt und ihre Kleidung ist zerrissen. Trotzdem spielen sie weiter und singen. Der Dichter verwendet erneut lateinische Zitate, um die Situation zu beschreiben und den Leser in die Atmosphäre des Gedichts einzutauchen. Die Studenten sind froh, wieder zu Hause zu sein und sich in der Wärme des Feuers zu entspannen.

Schlüsselwörter

blasen sedet viel bonam pacem qui post fornacem

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Stilmittel

Alliteration
Schnee und Regen naß
Anapher
Beatus ille homo
Chiasmus
Qui sedet post fornacem
Metapher
Boreas
Personifikation
Die Vöglein allzumal