Wandelt sich rasch auch die Welt

Rainer Maria Rilke

1926

Wandelt sich rasch auch die Welt wie Wolkengestalten, alles Vollendete fällt heim zum Uralten.

Über dem Wandel und Gang, weiter und freier, währt noch dein Vor-Gesang, Gott mit der Leier.

Nicht sind die Leiden erkannt, nicht ist die Liebe gelernt, und was im Tod uns entfernt,

ist nicht entschleiert. Einzig das Lied überm Land heiligt und feiert.

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Illustration zu Wandelt sich rasch auch die Welt

Interpretation

Das Gedicht "Wandelt sich rasch auch die Welt" von Rainer Maria Rilke handelt von der Vergänglichkeit der Welt und der Beständigkeit der Kunst. Die Welt verändert sich schnell wie Wolkenformationen, und alles Vollendete kehrt zu seinen Ursprüngen zurück. Doch über diesem Wandel und Gang währt noch dein Vor-Gesang, Gott mit der Leier. Das bedeutet, dass die Kunst, symbolisiert durch den Gesang und die Leier, eine zeitlose und göttliche Qualität besitzt, die über den Wechsel der Zeit hinausreicht. Das Gedicht betont auch, dass die menschlichen Erfahrungen wie Leiden und Liebe nicht vollständig verstanden oder erlernt werden können. Der Tod, der uns von unseren Liebsten trennt, bleibt ein Geheimnis, das nicht gelüftet wird. Doch trotz dieser Ungewissheit gibt es etwas, das die Welt heiligt und feiert: das Lied über dem Land. Das Lied steht hier für die Kunst, die Schönheit und die Kreativität, die den Menschen Trost und Hoffnung spenden können. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefgründige Botschaft über die Vergänglichkeit des Lebens und die zeitlose Kraft der Kunst. Es erinnert uns daran, dass wir in einer sich ständig verändernden Welt leben, aber dass es etwas gibt, das über den Wechsel der Zeit hinausreicht und uns Trost spendet. Die Kunst, symbolisiert durch den Gesang und die Leier, ist ein Ausdruck der menschlichen Seele, der uns mit etwas Größerem verbindet und uns hilft, die Geheimnisse des Lebens zu bewältigen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Wandelt sich rasch auch die Welt

Stilmittel

Alliteration
Vor-Gesang
Enjambement
Nicht sind die Leiden erkannt, nicht ist die Liebe gelernt, und was im Tod uns entfernt, ist nicht entschleiert
Hyperbel
alles Vollendete fällt heim zum Uralten
Metapher
Wandelt sich rasch auch die Welt wie Wolkengestalten
Personifikation
Gott mit der Leier
Symbolik
Lied überm Land heiligt und feiert