Wallonisches Lied
unknownSie töteten drei Mägdelein, Zu sehen in ihr Herz hinein.
Das erste Herz war voll von Lust, Und wo sein Blut geflossen war, Da zischten drei Schlangen drei lange Jahr.
Das zweite Herz war voll von Ruh, Und wo sein Blut geflossen war, Da grasten drei Lämmer drei lange Jahr.
Das dritte Herz war voll von Qual, Und wo sein Blut geflossen war, Da wachten drei Engel drei lange Jahr.
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Interpretation
Das Gedicht "Wallonisches Lied" von Ferdinand Hardekopf handelt von drei jungen Mädchen, die getötet wurden, um ihre Herzen zu untersuchen. Die Motive und die Täter bleiben unklar, was eine mysteriöse und düstere Atmosphäre schafft. Das erste Mädchen hatte ein Herz voller Lust, was auf ein Leben voller Leidenschaft und Genuss hindeutet. Nach ihrem Tod, wo ihr Blut floss, zischten drei Schlangen drei Jahre lang. Die Schlangen symbolisieren möglicherweise die negativen Konsequenzen oder die zerstörerische Natur der Lust. Das zweite Mädchen hatte ein Herz voller Ruhe, was auf ein friedliches und ausgeglichenes Leben schließen lässt. An der Stelle, wo ihr Blut floss, weideten drei Lämmer drei Jahre lang. Die Lämmer stehen für Unschuld und Sanftmut und deuten auf die positive Auswirkung oder das Erbe der Ruhe hin. Das dritte Mädchen litt unter Qualen, was auf ein Leben voller Schmerz und Leid hindeutet. Wo ihr Blut floss, wachten drei Engel drei Jahre lang. Die Engel symbolisieren Hoffnung, Trost und göttlichen Beistand und suggerieren, dass selbst in den dunkelsten Zeiten ein Funken Licht und Trost existiert. Das Gedicht erforscht die Themen Leben, Tod und die Auswirkungen menschlicher Emotionen auf die Welt. Es regt zum Nachdenken über die Natur von Lust, Ruhe und Qual an und wie diese Emotionen das Leben und den Tod beeinflussen können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Die Wiederholung des Satzbaus in den letzten beiden Zeilen jeder Strophe: 'Und wo sein Blut geflossen war, Da [Verb] drei [Nomen] drei lange Jahr.'
- Kontrast
- Der Kontrast zwischen den verschiedenen Herzen und ihren jeweiligen Symbolen: 'voll von Lust', 'voll von Ruh', 'voll von Qual'.
- Metapher
- Die Herzen als Metaphern für die inneren Zustände der Mägdelein: 'voll von Lust', 'voll von Ruh', 'voll von Qual'.
- Symbolik
- Die Verwendung von 'Schlangen', 'Lämmer' und 'Engel' als Symbole für Lust, Ruhe und Qual.