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Waldseligkeit

Von

Der Wald beginnt zu rauschen,
den Bäumen naht die Nacht;
als ob sie selig lauschen,
berühren sie sich sacht.

Und unter ihren Zweigen,
da bin ich ganz allein,
da bin ich ganz mein eigen,
ganz nur dein.

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Gedicht: Waldseligkeit von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Waldseligkeit“ von Richard Dehmel ist eine kurze, aber eindringliche Liebeserklärung, eingebettet in eine Naturbetrachtung. Die vier Strophen entfalten eine intime Atmosphäre, die die Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Natur und vor allem mit der geliebten Person zum Ausdruck bringt. Das Gedicht beginnt mit der Schilderung einer stimmungsvollen Waldszene, in der das Rauschen der Bäume und das Einsetzen der Nacht die Szenerie bestimmen. Diese Naturbilder schaffen eine sinnliche Grundlage für die anschließende Aussage der Liebe.

Die zweite Strophe vertieft die beschriebene Atmosphäre durch die Personifizierung der Bäume, die wie Liebende „selig lauschen“ und sich „sacht“ berühren. Diese Metaphern verstärken die romantische Stimmung und spiegeln die eigene Empfindung des lyrischen Ichs wider. Die Natur wird somit zum Spiegelbild der eigenen Gefühle und dient als Kulisse für die Liebeserklärung. Der Wald, das sanfte Rauschen, die sich berührenden Bäume – all das schafft einen Rückzugsraum, der Geborgenheit und Intimität verheißt.

In den beiden letzten Versen erreicht das Gedicht seinen Höhepunkt. Das lyrische Ich, allein unter den Zweigen, findet zur inneren Ruhe und Klarheit. Die Verse „da bin ich ganz mein eigen, ganz nur dein“ drücken ein Gefühl der Freiheit und Hingabe aus. Die innere Einkehr in der Einsamkeit des Waldes ermöglicht es dem Sprecher, sich selbst und gleichzeitig der geliebten Person ganz zugehörig zu fühlen.

Dehmels Gedicht zeichnet sich durch seine Einfachheit und Direktheit aus. Die Wahl der Worte und der klaren Reime unterstützt die Schlichtheit und die emotionale Aufrichtigkeit des Gedichts. Das Zusammenspiel von Naturbetrachtung und Liebeserklärung ist dabei von besonderem Reiz, da die Natur nicht nur als Hintergrund dient, sondern die Emotionen des Sprechers spiegelt und verstärkt. Die „Waldseligkeit“ wird somit zur Beschreibung des Glücks, das durch die Liebe und die Verbindung mit der Natur erfahrbar wird.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.