Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.

Wahl

Von

Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk,
Mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Wahl von Friedrich Schiller

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Wahl“ von Friedrich Schiller ist eine kurze, prägnante Aussage, die sich mit der Frage der Gefälligkeit und der künstlerischen Integrität auseinandersetzt. Es besteht aus nur zwei Versen, die in ihrer Knappheit eine bemerkenswerte Tiefe entfalten. Die Kernaussage ist eine klare Aufforderung zur Konzentration auf Qualität und Authentizität, anstatt auf die Suche nach allgemeiner Zustimmung.

Der erste Vers stellt die Ausgangsbedingung dar: Wenn es unmöglich ist, alle Menschen zu begeistern, dann ist es ratsam, sich auf eine kleinere Gruppe zu konzentrieren. Dies deutet bereits auf eine gewisse Distanzierung von der Masse hin, eine bewusste Entscheidung für Qualität und Individualität. Die Formulierung „Kannst du nicht allen gefallen“ impliziert eine realistische Einschätzung der menschlichen Natur und der Unmöglichkeit, allen Ansprüchen gerecht zu werden.

Der zweite Vers verstärkt diese Botschaft und liefert eine klare moralische Bewertung. Das „Mach es wenigen recht“ wird als positiv dargestellt, während das „vielen gefallen“ als „schlimm“ qualifiziert wird. Hier wird die Wertigkeit der Urteile umgekehrt. Der Dichter scheint zu implizieren, dass die Anstrengung, möglichst viele Menschen zu befriedigen, zu einer Verwässerung der künstlerischen oder ethischen Prinzipien führen kann. Es ist eine Warnung vor der Gefahr des Opportunismus und der Anpassung an den Mainstream.

Insgesamt ist das Gedicht eine Mahnung zur Selbstbestimmung und zur Treue zu den eigenen Idealen, auch wenn dies bedeutet, nicht von allen akzeptiert zu werden. Es ist eine Aufforderung zur Konzentration auf die Qualität der Arbeit und zur Wahrung der eigenen Integrität, anstatt sich von der Hoffnung nach allgemeiner Anerkennung verleiten zu lassen. Diese Botschaft ist in der Welt der Kunst, aber auch in anderen Bereichen des Lebens, von großer Bedeutung.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.