Wär′s dunkel...

Joseph von Eichendorff

1841

Wär′s dunkel, ich läg im Walde, im Walde rauscht′s so sacht, mit ihrem Sternenmantel bedeckt mich da die Nacht, da kommen die Bächlein gegangen: ob ich schon schlafen tu?

Ich schlaf nicht, ich hör noch lange den Nachtigallen zu, wenn die Wipfel über mir schwanken, es klinget die ganze Nacht, das sind im Herzen die Gedanken, die singen, wenn niemand wacht.

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Interpretation

Das Gedicht "Wär's dunkel..." von Joseph von Eichendorff beschreibt die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der Nacht im Wald. In der Dunkelheit möchte es sich von der Nacht mit ihrem "Sternenmantel" bedeckt fühlen und die sanften Geräusche der Bäche hören. Die Nacht wird als ein Ort der Ruhe und des Friedens dargestellt, an dem das Ich zur Ruhe kommen und eins mit der Natur werden kann. Im zweiten Teil des Gedichts wird deutlich, dass das Ich auch in der Nacht nicht einschlafen kann, sondern den Gesang der Nachtigallen und das Rauschen der Baumwipfel lauscht. Diese Geräusche werden als "Gedanken" im Herzen des Ichs interpretiert, die auch dann noch singen, wenn niemand anderes wach ist. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Natur und eine Sehnsucht nach einem Ort der inneren Einkehr und des Friedens. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und sinnlich. Die Beschreibung der Nacht mit ihrem "Sternenmantel" und das sanfte Rauschen der Bäche und Baumwipfel erzeugen eine beruhigende Atmosphäre. Die Nachtigallen und die "Gedanken", die im Herzen des Ichs singen, symbolisieren die innere Stimme und die Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe und des Friedens. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Natur und eine Sehnsucht nach einem Ort der inneren Einkehr und des Friedens.

Schlüsselwörter

walde nacht wär dunkel läg rauscht sacht sternenmantel

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Bächlein gegangen
Bildsprache
die Wipfel über mir schwanken
Frage
ob ich schon schlafen tu?
Metapher
das sind im Herzen die Gedanken
Personifikation
die Gedanken... singen