Wacht
1894Die Nacht wiegt auf den Lidern Müdigkeit flackt und neckt Der Feind verschmiegt Die Pfeife schmurgt Verloren Und Alle Räume Frösteln Schrumpfig Klein.
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Interpretation
Das Gedicht "Wacht" von August Stramm beschreibt die körperliche und geistige Erschöpfung eines Soldaten während des Wachdienstes in der Nacht. Die Nacht lastet schwer auf den Augenlidern, Müdigkeit flackert und neckt den Wachhabenden. Die Bilder von Feind und Pfeife, die sich verlieren und verschmieren, symbolisieren die Desorientierung und den Verlust der Orientierung in der Dunkelheit und der Monotonie des Wachdienstes. Die letzte Strophe vermittelt ein Gefühl von Kälte und Enge. Alle Räume frösteln und erscheinen schrumpfig und klein. Dies kann als Ausdruck der psychischen Verengung und des Gefühls der Eingeschlossenheit in der Situation des Wachdienstes interpretiert werden. Die Enge und Kälte spiegeln die Isolation und die psychische Belastung wider, die der Soldat in dieser Situation erfährt. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein intensives Gefühl von Erschöpfung, Desorientierung und psychischer Belastung. Durch die Verwendung von kurzen, fragmentierten Sätzen und ungewöhnlichen Wortkombinationen schafft Stramm eine dichte Atmosphäre, die den Leser unmittelbar in die Erfahrungswelt des Wachsoldaten eintauchen lässt. Das Gedicht ist ein eindringliches Beispiel für die expressionistische Dichtung, die sich durch ihre experimentelle Sprache und ihre Fokussierung auf die subjektive Erfahrung auszeichnet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Müdigkeit flackt und neckt
- Bildsprache
- Alle Räume Frösteln Schrumpfig Klein
- Enjambement
- Der Feind verschmiegt Die Pfeife schmurgt
- Metapher
- Die Pfeife schmurgt
- Personifikation
- Die Nacht wiegt auf den Lidern
- Vergleich
- Die Nacht wiegt auf den Lidern