Vorfrühling
1919Märzstaub fliegt auf. Es fröstelt leicht. Der Tag in langer Dämmrung bleicht.
Vom Wind das Pflaster blank gefegt. Es klingt verloren, was sich regt.
Der Kinder Spiel ist eben aus. Die Mütter winken sie ins Haus.
Es schreit in mir: Verratnes Herz! Doch geh ich schweigend frühlingwärts.
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Interpretation
Das Gedicht "Vorfrühling" von Hedwig Lachmann beschreibt den Übergang vom Winter zum Frühling. Es beginnt mit einem Bild von Märzstaub, der aufwirbelt und einem leichten Frösteln. Der Tag verblasst in einem langen Dämmerlicht. Der Wind fegt das Pflaster blank und alles, was sich regt, klingt verloren. Das Spiel der Kinder ist gerade zu Ende und die Mütter winken sie ins Haus. In der letzten Strophe schreit das Herz des lyrischen Ichs "Verratnes Herz!" Doch es geht schweigend dem Frühling entgegen. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung des Übergangs und der Melancholie. Die Bilder des Märzstaubs, des langen Dämmerlichts und des verloren klingenden Lebens lassen eine Zeit des Wandels und des Abschieds erahnen. Das Ende des Kinder-Spiels und das Hereinwinken der Mütter verstärken diesen Eindruck. Das "Verratnes Herz" könnte auf ein gebrochenes Herz oder eine verlorene Liebe hindeuten. Doch trotz der melancholischen Stimmung geht das lyrische Ich dem Frühling entgegen. Dies könnte als Symbol für Hoffnung und Neuanfang interpretiert werden. Auch wenn das Herz verraten wurde, gibt es noch die Möglichkeit, sich dem Frühling zuzuwenden und neue Hoffnung zu schöpfen. Das Gedicht endet also nicht in Resignation, sondern in einer stillen Zuversicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Vom Wind das Pflaster blank gefegt
- Kontrast
- Es schreit in mir: Verratnes Herz! Doch geh ich schweigend frühlingwärts
- Metapher
- Märzstaub fliegt auf
- Onomatopoesie
- Es klingt verloren, was sich regt
- Personifikation
- Der Tag in langer Dämmrung bleicht