Vorbei

Joseph von Eichendorff

1840

Das ist der alte Baum nicht mehr, Der damals hier gestanden, Auf dem ich gesessen im Blütenmeer Über den sonnigen Landen.

Das ist der Wald nicht mehr, der sacht Vom Berge rauschte nieder, Wenn ich vom Liebchen ritt bei Nacht, Das Herz voll neuer Lieder.

Das ist nicht mehr das tiefe Tal Mit den grasenden Rehen, In das wir nachts vieltausendmal Zusammen hinausgesehen. -

Es ist der Baum noch, Tal und Wald, Die Welt ist jung geblieben, Du aber wurdest seitdem alt, Vorbei ist das schöne Lieben.

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Interpretation

Das Gedicht "Vorbei" von Joseph von Eichendorff beschreibt die Vergänglichkeit der Zeit und die damit einhergehende Veränderung der eigenen Wahrnehmung und des eigenen Erlebens. Der Sprecher erinnert sich an eine vergangene Zeit, in der er noch jung und voller Lebensfreude war. Er beschreibt einen Baum, einen Wald und ein Tal, die alle noch existieren, aber für ihn nicht mehr dieselben sind wie früher. Der Baum, der einst ein Ort der Entspannung und des Genießens war, ist für den Sprecher nicht mehr derselbe. Auch der Wald, der einst eine Quelle der Inspiration und der Romantik war, hat seine Anziehungskraft verloren. Das Tal, das einst ein Ort der Gemeinschaft und der geteilten Erlebnisse war, ist nun leer und verlassen. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Welt zwar jung geblieben ist, der Sprecher selbst aber alt geworden ist. Die Zeit des schönen Liebens ist vorbei und der Sprecher muss sich mit der Vergänglichkeit des Lebens auseinandersetzen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Herz voll neuer Lieder
Anapher
Das ist der alte Baum nicht mehr, Das ist der Wald nicht mehr, das sacht, Das ist nicht mehr das tiefe Tal
Kontrast
Die Welt ist jung geblieben, Du aber wurdest seitdem alt
Metapher
Blütenmeer
Parallelismus
Das ist der alte Baum nicht mehr, Das ist der Wald nicht mehr, das sacht, Das ist nicht mehr das tiefe Tal
Personifikation
Vom Berge rauschte nieder