Vor der Ernte
1890Nun störet die Ähren im Felde Ein leiser Hauch, Wenn eine sich beugt, so bebet Die andre auch.
Es ist, als ahnten sie alle Der Sichel Schnitt - Die Blumen und fremden Halme Erzittern mit.
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Interpretation
Das Gedicht "Vor der Ernte" von Martin Greif beschreibt die Stimmung kurz vor der Ernte. Es beginnt mit einer sanften Brise, die die Ähren im Feld bewegt. Die Bewegung einer Ähre führt zur Bewegung der anderen, was auf eine enge Verbundenheit und Abhängigkeit der Pflanzen hindeutet. Der zweite Teil des Gedichts deutet an, dass die Pflanzen eine Ahnung vom bevorstehenden Schnitt der Sichel haben. Dies wird durch den Ausdruck "Es ist, als ahnten sie alle" verdeutlicht. Die Blumen und fremden Halme zittern mit, was auf eine allgemeine Angst oder Unruhe vor dem Erntevorgang hindeutet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Vorahnung und des Zitterns vor einem bevorstehenden Ereignis. Es nutzt die Natur und die Pflanzen als Metapher für die menschliche Erfahrung von Angst und Unsicherheit vor einem unausweichlichen Ereignis.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Ein leiser Hauch, Wenn eine sich beugt, so bebet Die andre auch
- Metapher
- Die Blumen und fremden Halme Erzittern mit
- Personifikation
- Nun störet die Ähren im Felde Ein leiser Hauch
- Symbolik
- Der Sichel Schnitt