Vor dem Laokoon

Friedrich Hebbel

1813

Michel Angelo hieß als Wunder der Kunst dich willkommen, Weil du als Gegengewicht gegen den schönen Apoll, Der den Raphael trug und ihn verneinte, ihm dientest; Mancher sprach es ihm nach, aber er sagte zu viel. Was die Wahrheit vermag, das zeigst du deutlich, o Gruppe, Deutlicher zeigst du jedoch, daß sie nicht alles vermag!

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Interpretation

Das Gedicht "Vor dem Laokoon" von Friedrich Hebbel beschreibt die berühmte Skulptur des Laokoon und die Reaktionen darauf, insbesondere die von Michelangelo. Das Gedicht beginnt damit, dass Michelangelo die Skulptur als Gegenpol zum schönen Apoll begrüßt, der den Raphael trug und ihn verneinte. Dies deutet auf einen Kontrast zwischen der idealisierten Schönheit des Apoll und der rohen, leidenschaftlichen Darstellung des Leidens im Laokoon hin. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Wirkung der Skulptur auf die Betrachter thematisiert. Während viele die Wahrheit und die Kraft der Darstellung lobten, ging Michelangelo zu weit in seiner Begeisterung. Das Gedicht schließt mit der Feststellung, dass die Skulptur zwar deutlich macht, was die Wahrheit vermag, aber auch zeigt, dass die Wahrheit nicht alles vermag. Dies könnte als Hinweis darauf verstanden werden, dass die Kunst, obwohl sie in der Lage ist, tiefe Wahrheiten zu vermitteln, auch ihre Grenzen hat und nicht alle Aspekte der menschlichen Erfahrung vollständig erfassen kann.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Chiasmus
Was die Wahrheit vermag, das zeigst du deutlich, o Gruppe, Deutlicher zeigst du jedoch, daß sie nicht alles vermag!
Hyperbel
Michel Angelo hieß als Wunder der Kunst dich willkommen
Kontrast
Weil du als Gegengewicht gegen den schönen Apoll
Metapher
Michel Angelo hieß als Wunder der Kunst dich willkommen
Personifikation
Der den Raphael trug und ihn verneinte