Vom Wolffesbrunnen bey Heidelberg
1621Du edler Brunnen du, mit Rhu und Lust umbgeben, Mit Bergen hier und da als einer Burg umbringt, Printz aller schönen Quell′, auß welchen Wasser dringt, Anmutiger dann Milch, und köstlicher dann Reben,
Da unsers Landes Kron′ und Häupt mit seinem Leben, Der werthen Nymph′, offt selbst die lange Zeit verbringt, Da das Geflügel ihr zu Ehren lieblich singt, Da nur Ergetzlichkeit und keusche Wollust schweben,
Vergeblich bist du nicht in dieses grüne Thal Beschlossen von Gebirg′ und Klippen überall: Die künstliche Natur hat darumb dich umbfangen
Mit Felsen und Gepüsch′, auff daß man wissen soll, Daß alle Fröligkeit sey Müh′ und Arbeit voll, Und daß auch nichts so schön, es sey schwer zu erlangen.
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Interpretation
Das Gedicht "Vom Wolffesbrunnen bey Heidelberg" von Martin Opitz beschreibt einen Brunnen, der von Bergen umgeben ist und als Prinz aller schönen Quellen gilt. Das Wasser des Brunnens wird als schöner als Milch und kostbarer als Wein beschrieben. Der Brunnen ist ein Ort der Ruhe und Lust, an dem sich die Schönheit der Natur mit der Gegenwart des Prinzen und seiner geliebten Nymphe verbindet. Das Geflügel singt zu ihren Ehren, und nur Ergetzlichkeit und keusche Wollust schweben an diesem Ort. Der Brunnen ist nicht umsonst in dieses grüne Tal eingeschlossen von Gebirgen und Klippen. Die künstliche Natur hat ihn mit Felsen und Gebüsch umgeben, damit die Menschen wissen, dass alle Freude mit Mühe und Arbeit verbunden ist und dass nichts so schön ist, dass es nicht schwer zu erlangen wäre. Der Brunnen symbolisiert somit die Schönheit und den Wert der Natur, die nur durch Anstrengung und Hingabe erreicht werden kann. Das Gedicht vermittelt eine romantische und idyllische Vorstellung von der Natur und der menschlichen Beziehung zu ihr. Der Brunnen wird als ein Ort der Schönheit, der Ruhe und der Liebe dargestellt, der jedoch auch die Anstrengung und den Wert der Natur betont. Die künstliche Natur, die den Brunnen umgibt, symbolisiert die menschliche Interaktion mit der Natur und die Notwendigkeit, sie zu schützen und zu bewahren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Mit Felsen und Gepüsch′
- Hyperbel
- Anmutiger denn Milch, und köstlicher denn Reben
- Ironie
- Und daß auch nichts so schön, es sey schwer zu erlangen
- Kontrast
- Vergeblich bist du nicht in dieses grüne Thal
- Metapher
- Die künstliche Natur hat darumb dich umbfangen
- Parallelismus
- Da das Geflügel ihr zu Ehren lieblich singt, Da nur Ergetzlichkeit und keusche Wollust schweben
- Personifikation
- Printz aller schönen Quell′
- Schlussfolgerung
- Daß alle Fröligkeit sey Müh′ und Arbeit voll
- Symbolik
- Da unsers Landes Kron′ und Häupt mit seinem Leben