Vom Berge

Joseph von Eichendorff

1857

Da unten wohnte sonst mein Lieb, Die ist jetzt schon begraben, Der Baum noch vor der Türe blieb, Wo wir gesessen haben.

Stets muß ich nach dem Hause sehn, Und seh doch nichts vor Weinen, Und wollt ich auch hinunter gehn, Ich stürb dort so alleine!

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Illustration zu Vom Berge

Interpretation

Das Gedicht "Vom Berge" von Joseph von Eichendorff handelt von einem lyrischen Ich, das von einem Berg aus auf sein früheres Zuhause blickt, wo einst seine Geliebte lebte. Die erste Strophe beschreibt die Veränderung, die eingetreten ist: Die Geliebte ist gestorben und begraben worden, aber der Baum vor der Tür steht noch, unter dem sich das Paar einst traf und vergnügte Stunden verbrachte. Diese Gegenüberstellung von Vergänglichkeit (der Tod der Geliebten) und Beständigkeit (der Baum) verdeutlicht die unaufhaltsame Vergänglichkeit des Lebens und die unausweichliche Trennung durch den Tod. In der zweiten Strophe wird die tiefe Trauer und Sehnsucht des lyrischen Ichs deutlich. Es muss immer wieder zum Haus hinunterblicken, kann jedoch aufgrund der Tränen nicht klar sehen. Der Wunsch, hinunterzugehen und das Haus zu besuchen, wird als unerträglich empfunden, da das lyrische Ich befürchtet, dort allein zu sterben. Diese Einsamkeit und die Unfähigkeit, den Schmerz zu ertragen, verdeutlichen die tiefe emotionale Verletzung, die der Verlust der Geliebten hinterlassen hat. Das Gedicht thematisiert die unausweichliche Vergänglichkeit des Lebens, die tiefe Trauer nach dem Verlust eines geliebten Menschen und die Einsamkeit, die mit dem Alleinsein einhergeht. Die Bergeshöhe, von der aus das lyrische Ich blickt, symbolisiert dabei die Distanz und die Unerreichbarkeit des einstigen Lebens und der verlorenen Liebe. Die Natur (der Baum) bleibt als einziges Zeichen der Vergangenheit zurück und steht als stummer Zeuge für die einstige Zweisamkeit und das nun vorherrschende Alleinsein.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Ich stürb dort so alleine
Kontrast
Da unten wohnte sonst mein Lieb, Die ist jetzt schon begraben
Metapher
Wo wir gesessen haben
Personifikation
Der Baum noch vor der Türe blieb