Vollmond
1867Gelbes Eis Und grüne Nebel.
Kranke Kallablüten leuchten. Von den bleichen Bechern rinnet Goldnes Öl in sanften Strömen.
Warmer Moder, Nackte Schädel. Über weiße Marmorwüsten Fliehen lautlos Schwarze Schwäne.
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Interpretation
Das Gedicht "Vollmond" von Max Dauthendey malt ein surreal und düster anmutendes Bild einer nächtlichen Szenerie. Die Farben und Elemente, die der Dichter verwendet, wirken unnatürlich und verstörend, wie das "gelbe Eis" und die "grünen Nebel". Diese ungewöhnlichen Farbkombinationen erzeugen eine Atmosphäre des Unbehagens und der Unnatürlichkeit, die den Leser in eine fremde, fast traumartige Welt versetzt. Die zweite Strophe führt weitere verstörende Bilder ein, wie die "kranken Kallablüten", die leuchten, und das "goldene Öl", das aus den "bleichen Bechern" rinnt. Diese Beschreibungen vermitteln den Eindruck von Verfall und Krankheit, die sich durch die gesamte Szene ziehen. Der "warme Moder" und die "nackten Schädel" in der dritten Strophe verstärken dieses Gefühl der Morbidität und des Todes. Im letzten Teil des Gedichts fliehen "schwarze Schwäne" lautlos über "weiße Marmorwüsten". Diese Szene wirkt wie ein Albtraum, in dem die üblichen Assoziationen von Schönheit und Anmut, die man mit Schwänen verbindet, durch eine düstere und beunruhigende Atmosphäre ersetzt werden. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Flucht und des Entkommens aus einer bedrohlichen Umgebung, wobei die Schwäne als Symbole für die letzten Überlebenden einer zerstörten Welt dienen könnten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Gelbes Eis und grüne Nebel
- Enjambement
- Von den bleichen Bechern rinnet / Goldnes Öl in sanften Strömen
- Metapher
- Kranke Kallablüten
- Personifikation
- Von den bleichen Bechern rinnet
- Symbolik
- Goldnes Öl