Vollmond
unknownMein Arbeitsraum war Feuer, Glanz von solcher Macht, Wie wenn ein Geist, erschüttert schaffend, ihn erdacht.
Im Inneren der Flammen schliefen stumm Viel Schatten, hier aus Ebenholz ein Säulentrumm, Hier eine Wand, gestürzte Minaretts, Geläutert aus der Glut des Feuerbetts.
Und da schattete, schien bunter Traum, Der aus den Schatten aufgestanden war, Schien Sklave, der mit müdem Farbentand Behängt, zu Füßen seines Herren stand.
Auch ich stand meinem Herrn zu Füßen diese Nacht. Mein Herz schlug laut. Fast wäre es vom Tod erwacht.
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Interpretation
Das Gedicht "Vollmond" von Oskar Loerke beschreibt einen intensiven Arbeitsraum, der von Feuer und Glanz erfüllt ist. Der Raum wird als von einem Geist erschaffen dargestellt, was auf eine kreative und inspirierende Atmosphäre hindeutet. In diesem Raum schlafen viele Schatten, die aus Ebenholz und anderen Materialien bestehen und aus der Glut des Feuers entstanden sind. Diese Schatten werden als Säulen und gestürzte Minarette beschrieben, was auf eine exotische und geheimnisvolle Atmosphäre hindeutet. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt einen bunten Traum, der aus den Schatten aufgestanden ist. Dieser Traum wird als Sklave dargestellt, der mit müdem Farbentand behängt zu Füßen seines Herren steht. Dies könnte als Metapher für die kreative Arbeit und die Inspiration verstanden werden, die aus dem Unterbewusstsein aufsteigt und dem Künstler zu Diensten ist. Im letzten Teil des Gedichts stellt sich der Erzähler selbst als Diener seines Herrn dar, der zu Füßen seines Herrn steht. Sein Herz schlägt laut, und es scheint fast so, als wäre es vom Tod erwacht. Dies könnte als Ausdruck der intensiven emotionalen und kreativen Erfahrung interpretiert werden, die der Erzähler in diesem Arbeitsraum durchlebt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Auch ich stand meinem Herrn zu Füßen diese Nacht
- Personifikation
- Mein Herz schlug laut. Fast wäre es vom Tod erwacht