Volkslied

Max von Schenkendorf

1813

O heilig, heilig Band, Liebe zum Vaterland Heb′ unsre Brust! Tönend brichst du hervor, Schmelzend im Wonnechor Schwingst du dich sternempor Vaterlandslust!

Mutter und Pflegerin, Bürger voll deutschem Sinn Preisen dich hier. Heilige Leidenschaft Ist es, die Thaten schafft. Jede lebendige Kraft Weihen wir dir.

König der Bürger du Wink′ uns den Beifall zu, Heiliges Haupt - Schimmerst in Liebesglanz, Liebe des Vaterlands Wand jenen Eichenkranz, Der dich umlaubt.

O süße Königin, Der Herzen Meisterin! Es ist dein Bild, Herrin, das in der Nacht Ein holder Stern uns lacht, Das uns mit Zaubermacht Die Seele füllt.

O dreimal heilig Band, Das Fürst und Volk umwand, Von Gott gewebt! Preis dir mit Herz und Mund, Talisman, Felsengrund, Auf dem der Bürgerbund Den Bau erhebt.

Glückliches Vaterland, Kräftiger Söhne Hand Schirme das Band! Vaterland, höchstes Gut, Kräftiger Söhne Blut Fließe mit Lust und Muth Für′s Vaterland!

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Illustration zu Volkslied

Interpretation

Das Gedicht "Volkslied" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches Werk, das die Liebe zum Vaterland als heiliges Band preist. Der Dichter ruft dazu auf, diese Liebe in der Brust zu tragen und als schöner Klang hervorzubrechen. Er vergleicht die Liebe zum Vaterland mit einer schmelzenden, himmelsstrebenden Lust. Im zweiten Teil des Gedichts wird das Vaterland als Mutter und Erzieherin verehrt. Die Liebe zum Vaterland wird als heilige Leidenschaft beschrieben, die Taten hervorbringt und jede lebendige Kraft weiht. Der Dichter preist die Deutschen, die das Vaterland mit deutschem Sinn ehren. Der dritte Teil des Gedichts richtet sich an den König, der als König der Bürger bezeichnet wird. Der Dichter bittet den König, den Bürgern seinen Beifall zuzuwinken und in Liebesglanz zu schimmern. Die Liebe zum Vaterland soll den Eichenkranz, der den König umgibt, wandeln. Im vierten Teil des Gedichts wird eine Königin verehrt, die als Meisterin der Herzen bezeichnet wird. Der Dichter beschreibt ihr Bild als einen lieben Stern, der in der Nacht leuchtet und die Seele mit Zauberkraft erfüllt. Die Königin steht symbolisch für die Liebe zum Vaterland. Im fünften Teil des Gedichts wird das heilige Band zwischen Fürst und Volk gepriesen, das von Gott gewebt ist. Der Dichter ruft dazu auf, dieses Band mit Herz und Mund zu preisen und es als Talisman und Felsengrund zu betrachten, auf dem der Bürgerbund seinen Bau errichtet. Im letzten Teil des Gedichts wünscht der Dichter dem glücklichen Vaterland eine kräftige Söhnehand, die das Band schützt. Er ruft dazu auf, das Vaterland als höchstes Gut zu betrachten und die kräftige Söhneblut mit Lust und Mut für das Vaterland fließen zu lassen.

Schlüsselwörter

vaterland heilig band liebe bürger kräftiger söhne heb

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Stilmittel

Anapher
O heilig, heilig Band
Metapher
Kräftiger Söhne Blut
Personifikation
Liebe zum Vaterland