Vogelschau
1892Weisse schwalben sah ich fliegen - schwalben schnee- und silberweiss - Sah sie sich im winde wiegen - In dem winde hell und heiss.
Bunte häher sah ich hüpfen - Papagei und kolibri Durch die wunder-bäume schlüpfen In dem wald der Tusferi.
Grosse raben sah ich flattern - Dohlen schwarz und dunkelgrau Nah am grunde über nattern Im verzauberten gehau.
Schwalbens eh ich wieder fliegen - Schnee und silberweisse schar - Wie sie sich im winde wiegen In dem winde kalt und klar!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Vogelschau" von Stefan George beschreibt die Beobachtung verschiedener Vögel in unterschiedlichen Landschaften und Atmosphären. Die weißen Schwalben fliegen in einem heißen, hellen Wind, während bunte Häher, Papageien und Kolibris durch die wundersamen Bäume des Tusferi-Waldes huschen. In einer düsteren, verzauberten Umgebung flattern große Raben und Dohlen über Schlangen. Die Wiederholung der weißen Schwalben am Ende des Gedichts, diesmal in einem kalten, klaren Wind, schafft einen Rahmen und eine gewisse Symmetrie. Diese Wiederholung könnte die Vergänglichkeit und den Kreislauf der Natur symbolisieren, da die Schwalben am Anfang und am Ende des Gedichts zu sehen sind, jedoch unter unterschiedlichen Bedingungen. Die verschiedenen Vogelarten und ihre jeweiligen Umgebungen könnten als Metaphern für verschiedene Aspekte des Lebens oder der menschlichen Erfahrung dienen. Die lebendigen, bunten Vögel im Tusferi-Wald könnten für Freude, Schönheit und Wunder stehen, während die dunklen Vögel in der verzauberten Umgebung für Gefahr, Dunkelheit oder das Unbekannte stehen könnten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Weisse schwalben sah ich fliegen - schwalben schnee- und silberweiss -
- Binnenreim
- Bunte häher sah ich hüpfen - Papagei und kolibri
- Kontrast
- In dem winde kalt und klar!
- Parallelismus
- In dem winde hell und heiss.
- Personifikation
- sah ich sie sich im winde wiegen