VI b. Der alsô vil geriefe
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Der alsô vil geriefe in einen touben walt, ez antwürte ime dar ûz eteswenne. nû ist der schal dicke vor ir manicvalt von mîner nôt. wil si die bekennen? Nein, si entuot, got der welle ein wunder sîn vil verre an ir erzeigen. jâ mohte ich baz einen boum mit mîner bete sunder wâfen nider geneigen.
II
Wist ich, obe ez mohte wol verswigen sîn, ich lieze iuch sehen mîne lieben vrouwen, der enzwei braeche mir daz herze mîn, der mohte sî schône drinne schouwen. Si kam her dur diu ganzen ougen mîn sunder tür gegangen. ôwê, solte ich von ir reinen minnen sîn alsô werdeclîche enpfangen!
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Interpretation
Das Gedicht "VI b. Der alsô vil geriefe" von Heinrich von Morungen ist ein Minnelied, das die tiefe Sehnsucht und Liebe des lyrischen Ichs zu seiner Angebeteten zum Ausdruck bringt. Das Gedicht ist in zwei Strophen gegliedert, wobei die erste Strophe den Wunsch des Ichs beschreibt, einen Baum durch seine Gebete zum Umfallen zu bringen, um seine Not zu beweisen. Die zweite Strophe drückt den Wunsch aus, die Geliebte ohne Worte sehen zu können, da das Herz des Ichs durch ihren Anblick gebrochen wird. In der ersten Strophe verwendet der Dichter eine Metapher, um die Intensität seiner Sehnsucht zu verdeutlichen. Er wünscht sich, einen Baum durch seine Gebete zum Umfallen bringen zu können, um seine Not zu beweisen. Dies symbolisiert die Kraft seiner Liebe und die Tiefe seiner Sehnsucht. Die zweite Strophe setzt dieses Thema fort, indem das Ich den Wunsch äußert, die Geliebte ohne Worte sehen zu können. Der Anblick der Geliebten ist so überwältigend, dass das Herz des Ichs durch ihren Anblick gebrochen wird. Das Gedicht vermittelt eine tiefe emotionale Intensität und die Kraft der unausgesprochenen Liebe. Der Dichter verwendet bildhafte Sprache und Metaphern, um die Sehnsucht und das Verlangen des lyrischen Ichs auszudrücken. Die Struktur des Gedichts mit zwei Strophen ermöglicht es dem Leser, die Entwicklung der Gedanken und Gefühle des Ichs nachzuvollziehen. Insgesamt ist das Gedicht ein eindringliches Zeugnis der mittelhochdeutschen Minnepoetik und ihrer Fähigkeit, komplexe emotionale Zustände in poetischer Form auszudrücken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- bildsprache
- ôwê, solte ich von ir reinen minnen sîn alsô werdeclîche enpfangen
- hyperbel
- vil verre an ir erzeigen
- metapher
- Der alsô vil geriefe in einen touben walt
- personifikation
- ez antwürte ime dar ûz eteswenne