Vesper

Joseph von Eichendorff

1837

Die Abendglocken klangen Schon durch das stille Tal, Da saßen wir zusammen Da droben wohl hundertmal.

Und unten wars so stille Im Lande weit und breit, Nur über uns die Linde Rauscht′ durch die Einsamkeit.

Was gehn die Glocken heute, Als ob ich weinen müßt? Die Glocken, die bedeuten, Daß meine Lieb gestorben ist!

Ich wollt, ich lag begraben Und über mir rauschte weit Die Linde jeden Abend Von der alten, schönen Zeit!

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Interpretation

Das Gedicht "Vesper" von Joseph von Eichendorff beschreibt eine melancholische Stimmung, die durch das Läuten der Abendglocken ausgelöst wird. Der Sprecher erinnert sich an eine gemeinsame Zeit, die er mit einer geliebten Person an einem bestimmten Ort verbracht hat. Die Glocken erinnern ihn an diese vergangene Zeit und lassen ihn traurig werden. Die zweite Strophe setzt die melancholische Stimmung fort und beschreibt die Stille und Einsamkeit, die den Ort umgibt. Die Linde, die über ihnen rauscht, symbolisiert die Vergänglichkeit der Zeit und die Vergangenheit, die nicht mehr zurückkehren kann. In der dritten Strophe wird deutlich, dass die Glocken für den Sprecher eine traurige Bedeutung haben. Er glaubt, dass seine geliebte Person gestorben ist, und wünscht sich, selbst begraben zu sein, um der Trauer zu entkommen. Die Linde, die jeden Abend rauscht, erinnert ihn an die schöne Zeit, die er mit seiner Liebsten verbracht hat, und verstärkt so seine Sehnsucht und Trauer.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Die Abendglocken klangen Schon durch das stille Tal
Hyperbel
Da droben wohl hundertmal
Kontrast
Und unten wars so stille Im Lande weit und breit
Metapher
Die Glocken, die bedeuten, Daß meine Lieb gestorben ist!
Personifikation
Rauscht′ durch die Einsamkeit