Verzweifelt
1874Droben schmettert ein greller Stein Nacht grant Glas Die Zeiten stehn Ich Steine. Weit Glast Du!
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Interpretation
Das Gedicht "Verzweifelt" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das durch seine fragmentarische Sprache und die Verwendung von Neologismen gekennzeichnet ist. Es vermittelt ein Gefühl der Verzweiflung und des Chaos, das durch die unkonventionelle Syntax und die abrupten Zeilenumbrüche verstärkt wird. Der erste Teil des Gedichts, "Droben schmettert ein greller Stein Nacht grant Glas", suggeriert eine gewaltsame und schmerzhafte Handlung. Der "grelle Stein" könnte als Metapher für einen schmerzhaften Schock oder eine traumatische Erfahrung stehen, die die Nacht zerschmettert und das Glas zersplittert. Dies könnte als eine Art psychologischer Bruchpunkt interpretiert werden, an dem die Normalität zerbricht. Der zweite Teil, "Die Zeiten stehn Ich Steine. Weit Glast Du!", verstärkt das Gefühl der Verzweiflung und der Desorientierung. Die Zeit scheint stillzustehen, und der Sprecher fühlt sich wie ein Stein – kalt, hart und unbeweglich. Das letzte Wort "Du" könnte auf eine andere Person oder auf das Selbst gerichtet sein und deutet auf einen verzweifelten Hilferuf oder eine Anklage hin. Die Verwendung des Wortes "Glast" als Neologismus verstärkt die ungewöhnliche und verstörende Atmosphäre des Gedichts.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ellipsen
- Steine. Weit. Glast. Du!
- Enjambement
- Droben schmettert ein greller Stein Nacht grant Glas
- Metapher
- Droben schmettert ein greller Stein
- Personifikation
- Die Zeiten stehn