Verzeiht

Felix Dörmann

1870

Hab’ ich Euch gekränkt, beleidigt, Zugefügt Euch herbes Leid, O verzeiht! Ach die namenlosen Schmerzen, Die da fressen tief im Herzen, Machen böse oft mein Wort; Bitter fliegt’s und höhnend fort, Trifft vielleicht Euch in die Seele, Macht Euch herbe Qual, Während schon mein Herz bereute Tausendmal.

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Illustration zu Verzeiht

Interpretation

Das Gedicht "Verzeiht" von Felix Dörmann ist eine eindringliche Bitte um Vergebung für mögliche Kränkungen und Beleidigungen, die der Sprecher anderen zugefügt haben könnte. Die ersten Zeilen des Gedichts drücken die Unsicherheit und das Bedauern des Sprechers aus, da er nicht genau weiß, welche Worte oder Taten möglicherweise verletzend waren. Die Wiederholung des Wortes "verzeiht" am Ende der ersten Strophe unterstreicht die Dringlichkeit und Aufrichtigkeit der Bitte. In der zweiten Strophe erklärt der Sprecher die möglichen Gründe für sein unüberlegtes Verhalten. Er erwähnt die "namenlosen Schmerzen", die tief in seinem Herzen fressen und ihn oft zu bösen Worten verleiten. Die Metapher des "bitter fliegenden" Wortes, das höhnend fortfliegt und möglicherweise die Seele des Gegenübers trifft, verdeutlicht die unkontrollierbare Natur dieser Ausbrüche. Der Sprecher erkennt an, dass seine Worte tiefe Qualen verursachen können, während er selbst bereits tausendmal sein Herz bereut hat. Die letzte Strophe des Gedichts ist eine eindringliche Bitte um Vergebung. Der Sprecher fleht den Adressaten an, ihm zu vergeben, seine Hand zu halten und ihm zu glauben. Er versichert, dass er sich bemühen wird, sich zu bessern und seine unkontrollierten Ausbrüche in den Griff zu bekommen. Das Gedicht endet mit einer erneuten Bitte um Vergebung und der Hoffnung auf eine Versöhnung. Insgesamt vermittelt das Gedicht "Verzeiht" von Felix Dörmann eine tief empfundene Reue und den Wunsch nach Wiedergutmachung. Es zeigt die Verletzlichkeit des Sprechers und seine Bereitschaft, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Die eindringliche Sprache und die emotionale Intensität des Gedichts machen es zu einem eindrucksvollen Plädoyer für Vergebung und Verständnis.

Schlüsselwörter

hab gekränkt beleidigt zugefügt herbes leid verzeiht namenlosen

Wortwolke

Wortwolke zu Verzeiht

Stilmittel

Alliteration
Bitter fliegt's und höhnend fort
Anapher
Hab' ich Euch gekränkt, beleidigt, Zugefügt Euch herbes Leid, O verzeiht!
Kontrast
Trifft vielleicht Euch in die Seele, Macht Euch herbe Qual, Während schon mein Herz bereute Tausendmal
Metapher
Die da fressen tief im Herzen
Personifikation
Machen böse oft mein Wort