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Verrauscht

Von

Sturmwolken mir zu Häupten zieh’n,
Verweht der Vögel Melodien
Nach Südens Zauberlande;
Nur einige Blumen einsam blüh’n,
Im Sonnenstrahl sie nicht erglüh’n,
Nun welken sie im Sande.
Wirr braut der Nebel auf dem Fluß,
Verrauscht ist längst der Liebe Kuß,
Wie schwand der Lenz so balde!
Rauh breitet nun sein Leichentuch
Der Winter. Und ein düst’rer Fluch
Legt sich auf Flur und Halde.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Verrauscht von Wilhelm Arent

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Verrauscht“ von Wilhelm Arent zeichnet ein Bild des Verfalls und der Vergänglichkeit, das sich in der Natur spiegelt und auf eine tiefe, persönliche Trauer verweist. Das Gedicht beginnt mit einer düsteren Naturszene, in der Sturmwolken und der Verlust von Vogelgesang die Unruhe und den Abschied charakterisieren. Diese eröffnenden Verse setzen den Grundton für das gesamte Gedicht und deuten auf einen Zustand der Trauer und des Verlustes hin, der im Verlauf des Gedichts noch verstärkt wird.

Die Natur wird als Spiegelbild der menschlichen Seele eingesetzt. Die Blumen, die im Sonnenlicht nicht mehr erblühen und im Sand verwelken, symbolisieren die Hoffnung und die Freuden, die dahingeschwunden sind. Der „verrauschte Kuss der Liebe“ unterstreicht den Verlust einer vergangenen Liebe, der durch den nahenden Winter und den „düsteren Fluch“ auf Flur und Halde nochmals akzentuiert wird. Der Fluss, der sich mit Nebel umhüllt, verstärkt die Atmosphäre des Nebelhaften, des Unverständlichen und des Verlorenen.

Die Metaphern und Bilder in dem Gedicht sind von einer melancholischen Schönheit. Die Naturerscheinungen werden mit menschlichen Emotionen verknüpft, wodurch das Gedicht eine tiefe emotionale Resonanz erzeugt. Die Sprache ist einfach, aber eindringlich, und die gewählte Reimstruktur verstärkt den melodischen Charakter des Gedichts und trägt zur Erzeugung einer Atmosphäre von Trauer und Abschied bei. Der Wechsel von der beschreibenden Naturbetrachtung zur direkten Aussage des Verlustes, verstärkt die emotionale Wirkung.

Die abschließenden Verse verstärken das Gefühl des Endes und der Hoffnungslosigkeit. Der Winter, der sein „Leichentuch“ ausbreitet, ist ein starkes Bild für den Tod und das Ende aller Dinge. Die Natur, die als Metapher für die Gefühlswelt des Dichters dient, versinkt in Dunkelheit und Kälte, wodurch die tiefe Trauer und der Verlust noch deutlicher werden. Das Gedicht ist eine Reflexion über das Vergehen von Schönheit, Liebe und Leben, eingefangen in einer stimmungsvollen Naturkulisse, die die persönliche Verzweiflung des Sprechers widergibt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.