Verratene Liebe
1810Op. 40
Da nachts wir uns uns küßten, o Mädchen, Hat keiner uns zugeschaut. Die Sterne, die standen am Himmel, Wir haben den Sternen getraut.
Es ist ein Stern gefallen, Der hat dem Meer uns verklagt, Da hat das Meer es dem Ruder, Das Ruder dem Schiffer gesagt.
Da sang der selbige Schiffer Es seiner Liebsten vor. Nun singen′s auf Straßen und Mäkten Die Knaben und Mädchen im Chor.
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Interpretation
Das Gedicht "Verratene Liebe" von Hans Christian Andersen erzählt die Geschichte einer heimlichen Liebe, die durch einen Verrat ans Licht kommt. In der ersten Strophe wird die Intimität der Liebenden beschrieben, die sich nachts küssen und dabei glauben, dass niemand sie beobachtet. Sie vertrauen den Sternen, die als stille Zeugen ihrer Liebe am Himmel stehen. In der zweiten Strophe wird der Verrat thematisiert. Ein gefallener Stern verrät die Liebenden dem Meer, das wiederum das Ruder informiert, welches den Schiffer in Kenntnis setzt. Dies symbolisiert die unausweichliche Offenbarung des Geheimnisses, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Die dritte Strophe zeigt die Konsequenzen des Verrats. Der Schiffer singt das Geheimnis seiner Geliebten vor, und bald wird es auf den Straßen und Märkten von Jungen und Mädchen im Chor gesungen. Das Gedicht verdeutlicht, wie schnell sich Nachrichten verbreiten und wie schwer es ist, ein Geheimnis zu bewahren. Die Liebe der Protagonisten wird öffentlich gemacht und verliert dadurch ihre Intimität und Exklusivität.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Da nachts wir uns uns küßten, o Mädchen
- Bildsprache
- Die Sterne, die standen am Himmel, / Wir haben den Sternen getraut.
- Enjambement
- Da hat das Meer es dem Ruder, / Das Ruder dem Schiffer gesagt.
- Metapher
- Die Sterne, die standen am Himmel
- Personifikation
- Es ist ein Stern gefallen
- Reimschema
- AABB
- Symbolik
- Der hat dem Meer uns verklagt