Vernichtung
1914Die Himmel wehen Blut marschiert Marschiert Auf Tausend Füßen
Die Himmel wehen Blut zerstürmt Zerstürmt Auf Tausend Schneiden.
Die Himmel wehen Blut zerrinnt Zerrinnt In Tausend Fäden
Die Himmel wehen Blut zersiegt Zersiegt In Tausend Scharten.
Die Himmel wehen Blut zerschläft Zerschläft Zu Tausend Toden
Die Himmel wehen Tod zerwebt Zerwebt Zu Tausend Füßen.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Vernichtung" von August Stramm beschreibt die Zerstörung und das Sterben im Krieg. Die Himmel sind voller Blut, das in tausend Füßen marschiert, in tausend Schneiden zerstürmt, in tausend Fäden zerrinnt, in tausend Scharten zersiegt und in tausend Toden zerschläft. Das Blut symbolisiert das Leben, das im Krieg verloren geht und vergeudet wird. Das Gedicht ist in sechs Strophen gegliedert, die jeweils mit der Zeile "Die Himmel wehen" beginnen und mit einer anderen Verbform von "zer-" enden. Die Wiederholung dieser Zeilen und Wörter erzeugt einen rhythmischen und hypnotischen Effekt, der die Monotonie und das Ausgeliefertsein im Krieg widerspiegelt. Die Verben wie "marschiert", "zerstürmt", "zerrinnt", "zersiegt", "zerschläft" und "zerwebt" sind alle unvollständige Partizipien, die eine unvollständige oder unvollendete Handlung ausdrücken. Sie deuten darauf hin, dass der Krieg nie endet und immer weitergeht. Das Gedicht verwendet auch viele Metaphern und Bilder, die die Gewalt und die Brutalität des Krieges verdeutlichen. Das Blut wird als etwas Lebendiges dargestellt, das sich bewegt, zerstört, zerrinnt, zersiegt, zerschläft und zerwebt. Das Blut wird auch mit verschiedenen Gegenständen verglichen, wie Füßen, Schneiden, Fäden, Scharten und Toden. Diese Gegenstände haben alle etwas mit Schneiden, Zerstören oder Töten zu tun. Das Gedicht endet mit der Zeile "Tod zerwebt zu tausend Füßen", die eine Art Kreis schließt und darauf hindeutet, dass der Tod das Blut ersetzt hat und dass der Krieg zu einer endlosen Schleife geworden ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Tausend Füßen / Tausend Schneiden / Tausend Fäden / Tausend Scharten / Tausend Toden
- Anapher
- Die Himmel wehen
- Hyperbel
- Tausend Füßen / Tausend Schneiden / Tausend Fäden / Tausend Scharten / Tausend Toden
- Metapher
- Die Himmel wehen Blut
- Parallelismus
- Blut marschiert / Blut zerstürmt / Blut zerrinnt / Blut zersiegt / Blut zerschläft
- Personifikation
- Die Himmel wehen
- Reihung
- Blut marschiert / Blut zerstürmt / Blut zerrinnt / Blut zersiegt / Blut zerschläft
- Syntaktische Parallelität
- Zerstürmt / Zerrinnt / Zersiegt / Zerschläft / Zerwebt