Verliebte Aue
1643Wo sind die stunden Der süsssen zeit / Da ich zu erst empfunden / Wie deine lieblichkeit Mich dir verbunden? Sie sind verrauscht / es bleibt doch dabey / Daß alle lust vergänglich sey.
Das reine schertzen / So mich ergetzt / Und in dem tieffen hertzen sein merckmahl eingesetzt / Läst mich in schmertzen / Du hast mir mehr als deutlich kund gethan / Daß freundlichkeit nicht anckern kan.
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Interpretation
Das Gedicht "Verliebte Aue" von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau thematisiert die Vergänglichkeit der Liebe und die damit verbundenen Schmerzen. Der Sprecher blickt sehnsüchtig auf eine vergangene Zeit zurück, in der er zum ersten Mal die "lieblichkeit" seiner Geliebten empfand und sich ihr verbunden fühlte. Diese Stunden der süßen Zeit sind jedoch verrauscht, und es bleibt nur die Erkenntnis, dass alle Lust vergänglich ist. Die zweite Strophe beschreibt das "reine schertzen", das den Sprecher erfreute und tief in seinem Herzen einprägte. Dieses schertzen, das als liebevolles Spiel oder zärtliches Geständnis interpretiert werden kann, hat den Sprecher in Schmerzen zurückgelassen. Die Geliebte hat ihm auf eindringliche Weise klargemacht, dass Freundschaftlichkeit nicht von Dauer sein kann. Diese Erkenntnis verstärkt den Schmerz des Sprechers und unterstreicht die Vergänglichkeit der Liebe. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und reflektiert über die flüchtige Natur der Liebe und die damit verbundenen emotionalen Höhen und Tiefen. Der Sprecher scheint die Vergangenheit zu vermissen und gleichzeitig die Erkenntnis zu akzeptieren, dass die Liebe, wie alle anderen Freuden des Lebens, vergänglich ist. Die klare und eindringliche Botschaft der Geliebten, dass Freundschaftlichkeit nicht von Dauer sein kann, trägt zur Tragik des Gedichts bei und verdeutlicht die unausweichliche Vergänglichkeit menschlicher Beziehungen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Da ich zu erst empfunden
- Anapher
- Da ich zu erst empfunden / Wie deine lieblichkeit / Mich dir verbunden
- Metapher
- Daß freundlichkeit nicht anckern kan
- Personifikation
- Sie sind verrauscht
- Reimschema
- AABB