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Verkündigung

Von

Du tatest mir die Tür auf, ernstes Kind.
Ich sah mich um in deinem kleinen Himmel,
lächelnde Jungfrau;
Du wirst einst einen großen Himmel hüten,
Mutter mit dem Kind.
Ich tu die Tür mit ernstem Lächeln zu.

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Gedicht: Verkündigung von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Verkündigung“ von Richard Dehmel ist eine kurze, aber tiefgründige Reflexion über die Begegnung mit einer jungen Frau, die in ihrer Unschuld und Unbekümmertheit ein Gefühl von Hoffnung und Zukunft verströmt. Die verwendete Sprache ist einfach und direkt, doch die Bilder, die Dehmel zeichnet, sind kraftvoll und laden zur Interpretation ein.

Der erste Teil des Gedichts beschreibt die intime Szene der Begegnung. „Du tatest mir die Tür auf, ernstes Kind.“ Diese Eröffnung signalisiert eine gewisse Vertrautheit und Ehrlichkeit. Der Titel „ernstes Kind“ deutet auf eine Mischung aus Respekt und Zuneigung hin. Der Erzähler betritt den „kleinen Himmel“ dieser jungen Frau, ein Bild, das ihre Welt als etwas Schönes, Unberührtes und in gewisser Weise Göttliches darstellt. Die „lächelnde Jungfrau“ suggeriert Unschuld und Freude am Leben.

Der zweite Teil des Gedichts nimmt einen vorausschauenden Blick ein. Die Zeile „Du wirst einst einen großen Himmel hüten, / Mutter mit dem Kind“ deutet auf die Zukunft der jungen Frau hin, die durch Mutterschaft eine größere Verantwortung übernehmen wird. Diese Zeilen sind eine Zusage an das Wachstum der jungen Frau, die in ihre neue Rolle hineinwachsen wird. Das „Kind“ symbolisiert die Fortsetzung des Lebens, die Hoffnung auf eine neue Generation.

Der letzte Vers, „Ich tu die Tür mit ernstem Lächeln zu“, schließt den Kreis ab. Das „ernste Lächeln“ deutet auf ein Gefühl der Melancholie und des Respekts hin. Der Erzähler verlässt diesen „kleinen Himmel“ mit einem Gefühl der Dankbarkeit und vielleicht auch des Abschieds. Die Tür steht für eine Schwelle, die zwischen dem gegenwärtigen Moment und der Zukunft liegt. Durch das Schließen der Tür wird die Begegnung abgeschlossen, aber die Erinnerung und das Gefühl der Hoffnung bleiben bestehen.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.