Verklärter Herbst
1887Gewaltig endet so das Jahr Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbar Und sind des Einsamen Gefährten.
Da sagt der Landmann: Es ist gut. Ihr Abendglocken lang und leise Gebt noch zum Ende frohen Mut. Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.
Es ist der Liebe milde Zeit. Im Kahn den blauen Fluß hinunter Wie schön sich Bild an Bildchen reiht - Das geht in Ruh und Schweigen unter.
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Interpretation
Das Gedicht "Verklärter Herbst" von Georg Trakl beschreibt das Ende des Jahres als eine Zeit des Übergangs und der Ruhe. Die Natur wird als gewaltig und wunderbar dargestellt, mit goldenem Wein und Frucht der Gärten. Die Wälder schweigen und sind die Gefährten des Einsamen. Der Landmann sagt, dass es gut ist, und die Abendglocken geben noch frohen Mut zum Ende. Ein Vogelzug grüßt auf seiner Reise. Die Liebe wird als milde Zeit beschrieben, in der sich Bilder aneinanderreihen, während man den blauen Fluss hinunterfährt. Alles geht in Ruhe und Schweigen unter. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Gelassenheit und des Übergangs von der Aktivität des Jahres zur Ruhe des Herbstes. Die Natur wird als tröstend und friedlich dargestellt, während der Mensch sich auf das Ende des Jahres einstellt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre des Übergangs und der Ruhe, in der die Natur und der Mensch in Einklang miteinander stehen. Es ist eine Zeit des Innehaltens und des Abschiednehmens vom vergangenen Jahr, während man sich gleichzeitig auf das Kommende vorbereitet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Ein Vogelzug grüßt auf der Reise
- Kontrast
- Es ist gut. Ihr Abendglocken lang und leise
- Metapher
- Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten
- Parallelismus
- Wie schön sich Bild an Bildchen reiht
- Personifikation
- Rund schweigen Wälder wunderbar
- Symbolik
- Es ist der Liebe milde Zeit