Vergilbte Blätter

Hermann Lingg

1820

Weil du mir zu früh entschwunden Blieb ein unerfülltes Glück Ungemess′ner schöner Stunden Ruhelos in mir zurück.

Ungeküßte Küsse leben In getrennten Herzen fort, Und die Lippe fühlt noch beben Das zu früh verstummte Wort.

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Interpretation

Das Gedicht "Vergilbte Blätter" von Hermann Lingg handelt von der Sehnsucht und dem unerfüllten Glück nach einer verlorenen Liebe. Der Sprecher bedauert, dass die Geliebte zu früh von ihm gegangen ist und lässt die vergangenen, schönen Stunden Revue passieren, die in ihm eine unruhige Sehnsucht zurückgelassen haben. Die zweite Strophe verdeutlicht die anhaltende Präsenz der unausgesprochenen Gefühle und ungeküssten Küsse, die in den getrennten Herzen weiterleben. Die Lippen des Sprechers spüren noch immer das Beben der zu früh verstummten Worte, was die Intensität der unausgesprochenen Liebe und das Bedauern über die verpasste Gelegenheit, diese auszudrücken, verdeutlicht. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und thematisiert die ewige Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe. Die vergilbten Blätter im Titel symbolisieren möglicherweise die Vergänglichkeit der Zeit und die Erinnerungen an die vergangene Liebe, die nun verblasst sind.

Schlüsselwörter

früh entschwunden blieb unerfülltes glück ungemess ner schöner

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Stilmittel

Anapher
Ungeküßte Küsse leben / In getrennten Herzen fort
Hyperbel
Ungemess′ner schöner Stunden
Metapher
Vergilbte Blätter
Personifikation
Weil du mir zu früh entschwunden
Synästhesie
Und die Lippe fühlt noch beben