Vergebens

Felix Dörmann

1914

Nimmer löschen, nimmer stillen Kann ich diese dunkle Sehnsucht Nach dem Tode. All mein atemloses Kämpfen, Sie zu zwingen, ist vergebens.

Jene Zeiten, wo ich glaubte Eine heiße, tiefe Liebe Könnte tilgen diese Sehnsucht, Sind vorüber - tot - begraben; Denn die Liebe ist gekommen Und die dunkle Sehnsucht blieb, Und die Liebe ist geschieden, Und die Sehnsucht stieg und stieg.

Nimmer löschen, nimmer stillen Kann ich diese dunkle Sehnsucht Nach dem Tode. All mein atemloses Kämpfen, Sie zu zwingen, ist vergebens.

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Interpretation

Das Gedicht "Vergebens" von Felix Dörmann beschreibt die unerbittliche Sehnsucht des lyrischen Ichs nach dem Tod. Diese dunkle Sehnsucht kann weder durch Kämpfen noch durch Liebe gestillt werden. Das Ich versucht vergeblich, sie zu unterdrücken und zu überwinden, doch alle Anstrengungen sind vergebens. In der zweiten Strophe blickt das lyrische Ich auf vergangene Zeiten zurück, in denen es noch an die Macht der Liebe glaubte. Es dachte, eine heiße, tiefe Liebe könnte die Sehnsucht nach dem Tod tilgen. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Die Liebe kam und ging, doch die dunkle Sehnsucht blieb und wurde sogar noch stärker. Sie stieg und stieg, unaufhaltsam und unbezwingbar. Das Gedicht endet mit einer Wiederholung der ersten Strophe, was die ausweglose Situation des lyrischen Ichs unterstreicht. Die Sehnsucht nach dem Tod ist zu einem unentrinnbaren Schicksal geworden, dem sich das Ich hilflos ausgeliefert fühlt. Die Liebe, einst als Rettung erhofft, hat die dunkle Sehnsucht nicht vertreiben können. Sie bleibt, unauslöschlich und unstillbar, ein quälender Begleiter bis in den Tod.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Nimmer löschen, nimmer stillen Kann ich diese dunkle Sehnsucht Nach dem Tode.
Kontrast
Denn die Liebe ist gekommen Und die dunkle Sehnsucht blieb, Und die Liebe ist geschieden, Und die Sehnsucht stieg und stieg
Metapher
All mein atemloses Kämpfen
Parallelismus
Nimmer löschen, nimmer stillen
Personifikation
Und die Sehnsucht stieg und stieg