Vergänglichkeit

Charlotte von Ahlefeld

1849

Vergänglich ist das festeste im Leben - Was trauerst Du, dass Liebe auch vergeht? Lass sie dahin in′s Reich der Zeiten schweben, Leicht, wie des Lenzes Blüthenhauch verweht.

Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen, Und segne dennoch freudig Dein Geschick, Schliesst auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen An Deines Glückes kurzen Augenblick.

Du hast gelebt , denn Liebe nur ist Leben! Sie nur allein webt um den dunklen Traum, Dem wir den Nahmen unsers Daseyns geben, Der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum.

So zürne nicht des Schicksals finstern Mächten, Wenn sie des Lebens Sonne Dir entziehn. Nicht ewig lässt sie sich in unsre Bahn verflechten, Ach, sei zufrieden, dass sie einst Dir schien.

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Illustration zu Vergänglichkeit

Interpretation

Das Gedicht "Vergänglichkeit" von Charlotte von Ahlefeld thematisiert die vergängliche Natur des Lebens und der Liebe. Die Autorin ermutigt den Leser, nicht zu trauern, wenn die Liebe vergeht, sondern sie leicht und unbeschwert in die Vergangenheit ziehen zu lassen, wie ein Hauch von Frühlingsblüten. Die zweite Strophe mahnt, das Bild der Liebe im Herzen festzuhalten und das eigene Schicksal trotz bitterer Schmerzen zu segnen. Denn Liebe allein macht das Leben lebenswert und webt einen glanzvollen Saum um den dunklen Traum, den wir unser Dasein nennen. Trotz der Vergänglichkeit ist es wichtig, dankbar dafür zu sein, dass die Liebe einmal da war. Im letzten Vers wird betont, dass man sich nicht über das Schicksal ärgern soll, wenn es die Sonne des Lebens entzieht. Denn ewig kann sich die Liebe nicht in unseren Lebensweg verflechten. Es gilt, zufrieden zu sein, dass sie überhaupt einmal geschienen hat.

Schlüsselwörter

leben liebe vergänglich festeste trauerst vergeht lass dahin

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Stilmittel

Hyperbel
Der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum
Metapher
Liebe ist Leben
Personifikation
des Schicksals finstern Mächten
Symbolik
des Lebens Sonne
Vergleich
Leicht, wie des Lenzes Blüthenhauch verweht