Verehrung

Friedrich Theodor Vischer

1807

Blind verehrt einen großen Mann Der gute, der selbst nichts schaffen kann.

Nicht verehrt einen großen Mann Der Wicht, der nichts Großes sehen kann.

Frei verehrt einen großen Mann Der Mann, der selbst etwas schaffen kann.

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Interpretation

Das Gedicht "Verehrung" von Friedrich Theodor Vischer handelt von verschiedenen Arten der Verehrung eines großen Mannes. Der gute Mensch verehrt blind, da er selbst nichts schaffen kann und sich deshalb in Bewunderung verliert. Der Wichtige hingegen verehrt nicht, weil er zu engstirnig ist, um Großes zu erkennen. Erst der freie Mensch, der selbst etwas schaffen kann, verehrt aufrichtig und ohne Einschränkungen. Vischer verdeutlicht, dass echte Verehrung nur von denen kommen kann, die selbst schöpferisch tätig sind und die Leistungen anderer würdigen können. Die blinde Verehrung des Guten ist zwar wohlmeinend, aber oberflächlich, während die Unfähigkeit des Wichtigen, Großes zu sehen, zu einer fehlenden Verehrung führt. Nur der freie Mensch, der selbst etwas schaffen kann, besitzt die Fähigkeit zur echten, wertschätzenden Verehrung. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur der Verehrung und die verschiedenen Formen, die sie annehmen kann, an. Es zeigt, dass wahre Anerkennung und Bewunderung von denen kommen, die selbst schöpferisch tätig sind und die Leistungen anderer verstehen und würdigen können. Vischer fordert den Leser auf, über die eigene Fähigkeit zur Verehrung und die Gründe dafür nachzudenken.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Die Wiederholung von 'einen großen Mann' in jeder Strophe.
Chiasmus
Die Umkehrung der Struktur in der letzten Strophe, wo 'selbst etwas schaffen kann' das Gegenteil von 'selbst nichts schaffen kann' ist.
Kontrast
Der Gegensatz zwischen 'gut' und 'Wicht', sowie 'blind' und 'frei'.
Parallelismus
Die ähnliche Struktur der drei Strophen, die jeweils mit 'einen großen Mann' beginnen.