Verdroßnen Sinn im kalten Herzen...

Heinrich Heine

1797

Verdroßnen Sinn im kalten Herzen hegend, Reis ich verdrießlich durch die kalte Welt, Zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hält Feuchteingehüllt die abgestorbne Gegend.

Die Winde pfeifen, hin und her bewegend Das rote Laub, das von den Bäumen fällt, Es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld, Nun kommt das Schlimmste noch - es regent.

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Interpretation

Das Gedicht "Verdroßnen Sinn im kalten Herzen" von Heinrich Heine schildert eine düstere und melancholische Stimmung. Der Sprecher durchwandert eine kalte, tote Welt, die von Nebel und Feuchtigkeit umhüllt ist. Der Herbst neigt sich dem Ende zu, die Natur stirbt ab und die Winde bewegen das rote Laub, das von den Bäumen fällt. Der Wald seufzt, das kahle Feld dampft - alles deutet auf den nahenden Winter hin. Der Sprecher selbst befindet sich in einem verdrossenen Gemütszustand, der sich in der kalten Umgebung widerspiegelt. Die "kalten Herzen" und die "kalte Welt" lassen auf eine emotionale Kälte und Verbitterung schließen. Der Sprecher scheint resigniert durch diese trostlose Landschaft zu ziehen, ohne Hoffnung auf Besserung. Das Gedicht endet mit einem pessimistischen Ausblick: "Nun kommt das Schlimmste noch - es regent." Der Regen verstärkt die Tristesse der Szenerie und symbolisiert gleichzeitig die Tränen und den Kummer des Sprechers. Heine vermittelt eindringlich das Gefühl von Einsamkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit angesichts des unaufhaltsamen Verlaufs der Zeit und des unausweichlichen Wandels der Jahreszeiten.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Es dampft das kahle Feld
Metapher
Verdroßnen Sinn im kalten Herzen
Personifikation
Es seufzt der Wald